Nordische Ski-WM

„Kein Einfluss auf den Wettkampf“

Der Allgäuer Fidel Joas ist für die Präparation der Loipen bei der WM in Oberstdorf verantwortlich.
  • Fidel Joas verantwortet die Langlauf-Arena in Oberstdorf. Foto: Manuela Harant
Zu weich, zu seifig, zu schmierig: Wenn's mal nicht so läuft im Langlauf, ist gerne die Loipenpräparation schuld. Bei der nordischen Ski-WM in Oberstdorf ist dafür Fidel Joas verantwortlich und erklärt, welche Bedingungen er bei der WM-Vorbereitung vorgefunden hat, worauf es im Langlaufstadion im Ried ankommt und wo der Heimvorteil der Deutschen liegt.

Herr Joas, erst der eiskalte Januar, dann der frühlingshafte Februar: Wie schwierig war die Loipenpräparation für die WM?

Fidel Joas: In der Tat hatten wir im Januar sehr ergiebige Schneefälle mit bis zu 1,50 Meter Neuschnee. Das hat es in der Wärmeperiode alles wieder zerstört. Deshalb haben wir 168 000 m3 Maschinenschnee produziert. Damit mussten wir vor allem am Burgstall ein paar Stellen nachbessern, die durch Wassereinfluss beschädigt worden sind.

Wo sehen Sie den größten Vorteil für das deutsche Team bei den Rennen im Ried?

Bei der Streckenplanung war der Deutsche Skiverband natürlich mit im Boot. Dazu kommt, dass rund ein Drittel der deutschen Athleten hier seinen Trainingsstützpunkt hat. Insofern denke ich, dass der größte Vorteil darin besteht, dass sie die Loipen in- und auswendig kennen. Aber rund um die Wettkämpfe selbst gibt es keine Einflussnahme.

Wovor haben Sie als Pistenpräparateur die meiste Angst?

Das Schlimmste, das wir hier schon erlebt haben, war ein Sturm, wegen dem wir bei der Tour de Ski ein Rennen abbrechen mussten. Ansonsten mögen wir keine starken Regenfälle. Weicher Schnee ist zwar für die Athleten nicht schön zu laufen und keine Reklame für den Organisator, auch wenn der gar nichts dafür kann. Aber letztlich sind dadurch nicht die Wettkämpfe gefährdet. Manuela Harant
© Südwest Presse 03.03.2021 07:45
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