Kommentar Manuela Harant zu Skisprungtrainer Andreas Bauer

Verdienste für Generationen

  • Manuela Harant. Foto: Volkmar Könneke
Die nordische Ski-WM von Oberstdorf wird als eine denkwürdige in die Sportgeschichte eingehen. Nicht nur wegen des Zuschauerbanns. Nicht nur wegen des Favoritensturzes von Halvor Egner Granerud per Corona-Test. Nicht nur wegen der Premiere des Frauen-Wettkampfs in der Nordischen Kombination. Sondern auch wegen der ziemlich überraschenden Ankündigung von Damen-Skisprung-Bundestrainer Andreas Bauer, sein Amt zum Ende dieser Saison niederzulegen.

Die Vita des Oberstdorfers ist eng mit der rasanten Entwicklung des Frauen-Skispringens verknüpft. Bauer war es, der das erste deutsche Weltcupteam an den Start brachte, der die erste Olympiasiegerin formte und schließlich die ersten Team-Weltmeisterinnen stellte. Alles war einst nur den Männern vorbehalten. Von den Verdiensten, die er gemeinsam mit seiner Schülerin Carina Vogt im Kampf um mehr Gleichberechtigung in dieser waghalsigen Disziplin geleistet hat, werden noch viele Generationen zehren. Und das, obwohl Andreas Bauer mit seinen 57 Jahren noch lange nicht das klassische Rentenalter erreicht hat.

Insofern ist die Entscheidung ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking zwar überraschend. Vielleicht aber schließt sich für den DOSB-Trainer des Jahres von 2019 nun ein Kreis, nachdem mit dem WM-Springen von der Großschanze am Donnerstag auch die letzte Männer-Bastion gefallen ist. Bauer hinterlässt ein gemachtes Feld, der Deutsche Ski-Verband wird es ihm danken.
© Südwest Presse 05.03.2021 07:45
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