Rodungen sind zu radikal

Zu den Gehölzarbeiten rund um Aalen herum:

Lieber Herr Sahlmann, beim Lesen Ihrer Zeilen sprechen Sie mir aus der Seele. Gleichzeitig klappt in meinem Kopf eine Landkarte mit Stellen auf, an denen Rodungen durchgeführt wurden. Für Vögel ist es stellenweise wie nach einem Tsunami. Im Laufe des Winters wurden ganze Waldsäume „bearbeitet“, Hainbuchenhecken zum wiederholten Male komplett auf Stock geschnitten, obwohl der Naturschutz hier nur abschnittsweise Kürzungen empfiehlt (wurde auch stellenweise so gemacht). Baumreihen gekappt, klar die Eschen sterben, aber es wurde bis dato nichts nachgepflanzt. Hecken, an denen bis vor Jahren noch Goldammer und Neuntöter zu sehen waren – weg, bzw. zu klein. Mag sein, dass das alles rechtens ist, keine Frage. Dann liegt der Schnitt noch so lange rum, bis wieder die Vögel darin nisten (Stand Anfang April). Abhilfe schaffen dann im Winter aufgestellte Pfosten und sonstige Sitzhilfen auf den Wiesen. Die natürlichen Sitzgelegenheiten sind ja weg. Klar, es werden ja hauptsächlich nur Nutzflächen bezuschusst–- auch da muss man dringend ran. Als Naturliebhaber und Genießer kommt zu der Corona-Depression auch noch die Hilflosigkeit hinzu, hier einfach zuschauen zu müssen.

© Schwäbische Post 07.04.2021 20:28
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