Fake-SMS zu Paketlieferung - Polizei warnt vor Betrugsmasche

Polizeibericht Mithilfe von SMS versuchen Betrüger an Daten zu gelangen.

  • Symbolbild:Pixabay

Ostalbkreis. Die Geschäfte sind zu - der Onlinehandel boomt. Dass aktuell viele Menschen auf den Paketdienst warten, nutzen Betrüger für eine perfide Masche, um über Ihr Smartphone per SMS an Daten und eventuell auch Ihr Geld zu gelangen, teilt das Polizeipräsidium Aalen mit. Betrüger machen sich die in der Corona-Pandemie gestiegene hohe Nachfrage beim Onlinehandel zunutze: Viele Menschen erwarten tatsächlich ein Paket und folgen der Aufforderung den Link in der SMS anzutippen

Auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen kam es in den vergangenen Tagen vermehrt zu Fällen, bei den Bürgerinnen und Bürger per SMS über eine vermeintliche Paketzustellung informiert wurden.

Mit dieser Masche, auch Smishing genannt, versuchen sich Betrüger Zugang zu den Smartphones ihrer Opfer zu verschaffen. Smishing ist dabei eine Wortschöpfung aus SMS und der Bezeichnung einer anderen Betrugsmasche, dem Phishing. Die Betrugsmasche läuft immer nach dem gleichen Schema ab: Die Betrüger verschicken eine SMS, in der steht, dass ein Paket verschickt wurde. Sie fordern den Empfänger dazu auf, einen Link anzuklicken, wo dieser den Ablageort des Pakets erfahren soll. Oder der Empfänger soll den Paketversand über den Link einfach nur bestätigen.

Wenn dann auf den Link geklickt wird, wird eine Schadsoftware auf das Handy der Opfer eingespielt, mit der das Smartphone ferngesteuert werden kann.

Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche und bittet darum unter keinen Umständen auf den Link zu klicken.

Was die Polizei rät:

Sollten Sie eine solche SMS bekommen:

  • Tippen Sie auf keinen Fall auf den Link
  • Löschen Sie die Nachricht
  • Fragt Ihr Telefon, ob eine App installiert werden soll, bestätigen Sie auf keinen Fall
  • Richten Sie über Ihren Mobilfunk-Anbieter eine Drittanbieter-Sperre ein.

Das sollten Sie tun, wenn die App bereits installiert wurde:

  • Schalten Sie Ihr Handy in den Flugmodus, damit es keine Befehle von außen empfangen und keine SMS versenden kann.
  • Rufen Sie Ihren Mobilfunk-Betreiber an und informieren ihn über das Problem.
  • Fragen Sie dabei bereits ob schon Kosten verursacht wurden.
  • Lassen Sie sofort eine Drittanbietersperre einrichten.
  • Rufen Sie die Polizei unter 110 oder gehen Sie auf die nächstgelegene Polizeidienststelle.
  • Sichern Sie in einem Backup all Ihre Daten, Bilder, Videos und eventuell auch Einstellungen.
  • Anschließend sollten Sie Ihr Smartphone auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Dadurch werden alle Apps und Daten gelöscht, die beim Kauf des Handys nicht vorhanden waren.
  • Ändern Sie alle Passwörter, aktivieren Sie auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei allen Konten, die das unterstützen.
© Schwäbische Post 08.04.2021 10:57
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Kommentare

Erwin Beitz

Monika Benninger-Köder schrieb am 08.04.2021 um 12:14

Jeder Internet-/Mailaccountnutzer sollte sich regelmäßig auf den entsprechenden Seiten über aktuelle Betrugsantivitäten informieren, z.B. mimikama.at

Die Mails ANSCHAUEN hilft auch, weil sie vollkommen anders aussehen als normale Benachrichtigungsmails. LÖSCHEN ist allerdings die Königsdisziplin - die Pakete werden immer zugestellt, egal, ob man ein Mail bestätigt oder nicht.

Wenn der Fehler geschehen ist, siehe Tips der Polizei. Auf keinen Fall hoffen, dass schon  nichts passiert sein wird !!!

bei allen Paketdienstleistern lässt sich in der Regel die Benachrichtigungsfunktion im Einzelfall entsprechend konfigurieren; m.W. nach wird man auch nicht benachrichtigt wenn man es nicht will.Ausserdem: ein Blick auf den Link sollte einem stutzig machen wenn dieser in keinem Zusammenhang zu dem Paketdienstleister steht, meist enthalten die Links den Namen des Dienstleisters; wenn man die Suchmaschine nach dem Versender bemüht erhält man auch den richtigen Link zum Versender und kann diesen mit dem mitgeteilten vergleichen, leider sind viele Leute sehr bequem und klicken alles an wie irgendwie anklickbar ist und denken nicht weiter

Monika Benninger-Köder

Jeder Internet-/Mailaccountnutzer sollte sich regelmäßig auf den entsprechenden Seiten über aktuelle Betrugsantivitäten informieren, z.B. mimikama.at

Die Mails ANSCHAUEN hilft auch, weil sie vollkommen anders aussehen als normale Benachrichtigungsmails. LÖSCHEN ist allerdings die Königsdisziplin - die Pakete werden immer zugestellt, egal, ob man ein Mail bestätigt oder nicht.

Wenn der Fehler geschehen ist, siehe Tips der Polizei. Auf keinen Fall hoffen, dass schon  nichts passiert sein wird !!!

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