Verdi-Streik und SAP: Um wessen Interessen geht es wirklich?

Zu den Themen "Streik im öffentlichen Dienst" und "Betriebsrat bei SAP":
Wer auf Deutschlands Aufstieg hofft, wird in diesen Tagen eines besseren belehrt: Im öffentlichen Dienst streiken Mitarbeiter gegen täglich sage und schreibe 17 Minuten Mehrarbeit, die unter anderem auch der Sicherung ihrer eigenen Arbeitsplätze dienen. Bei SAP entscheiden sich 90 Prozent der Belegschaft gegen die Einsetzung eines Betriebsrates. Dies ist ein Zeugnis eines guten Betriebsklimas und einer am Miteinander orientierten Unternehmensführung - genau so, wie es sich Betriebsräte und Gewerkschaften doch wünschen. Aber weit gefehlt, die Gewerkschaft ignoriert dies und pocht auf ihr Recht. Es scheint nun, dass Gerichte, unterstützt von der Gewerkschaft, diesem Unternehmen und seinen Mitarbeitern die unternehmerische Freiheit und das Recht auf Selbstbestimmung nehmen und gegen die Stimmen der Belegschaft einen Betriebsrat kraft Gesetzes anordnen.
Das sind Signale nach Außen, die Investoren abschrecken und Arbeitsplätze weiter ins Ausland abwandern lassen. Arbeitnehmerrechte und deren Vertretung sind für alle Akteure wichtig, aber dieses Gewerkschafts(un)wesen wird dem nicht gerecht und schadet zudem unserem Land.
Bei der Betrachtung dieser Wirklichkeit drängt sich die Frage auf - geht es den Bsirskes, Peters, Sommers und Co. wirklich um die Arbeitnehmer oder in Wahrheit nur um ihren eigenen Machterhalt? Geeignete Antworten auf die Herausforderungen der Globalisierung werden so nicht gefunden. Gerd Haupt, Aalen
© Schwäbische Post 14.03.2006 00:00
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