"Was wird aus dem Museum werden?"

"Gibt es nun keine Skandalmeldungen mehr über den Umbau des Museums zu berichten? Hat man sich geeinigt oder haben der Naturkundeverein und die Eisenbahner inzwischen kapituliert? Mit Entsetzen habe ich die Entwicklung in der Zeitung verfolgt. Gerade die Dioramen mit den Tieren und Aquarien, welche den Kindern viel Spaß bereitet haben - kaputt!
So muss man sich doch allmählich sorgenvoll die Frage stellen: Was wird aus dem Museum werden? Bis jetzt habe ich noch nicht vernommen, dass für die Museumskonzeption ein Museumspädagoge mit einbezogen wird. Es geht nicht darum, einzelne oder gar viele Exponate zu inszenieren. Die Gmünder Geschichte ist so umfassend, das beginnt mit der Geologie (immerhin wird der Geopark auch Weltkulturerbe), geht über die Steinzeit (Raschke: Mein Troja liegt bei Iggingen) natürlich zu den Römern bis zu den Alamannen und dann fängt die Gmünder Stadtgeschichte an. Es ist auch nicht wichtig, viele 'Originale' zu haben, vielmehr muss das, was man hat, sinnvoll aufgearbeitet werden.
Erfreulich ist, dass ehrenamtliche Helfer aufgerufen sind Ideen und Vorschläge einzubringen, doch sprengt diese verantwortungsvolle Aufgabe die fachliche Kompetenz und den Zeitrahmen eines Ehrenamtes.
Bitte lassen Sie Leben in die neue Ausstellung, sonst können Sie auch diese bald 'Tod am Limes' nennen. Wer sich bei 'Tod am Limes' etwas Aufregendes oder gar Kriminalistisches vorgestellt hat, war schnell enttäuscht. Ohne fachkundliche Führung war man im Scherbengarten des Vitrinenwaldes gänzlich verloren. Natürlich sind viele voll Neugier in die Ausstellung gegangen, der Limes ist ja jüngst zum Weltkulturerbe erklärt worden, kein besseres Thema hätte derzeit präsentiert werden können.. Doch ist diese Art der Präsentation nichts für eine Dauerausstellung.
Bitte sparen Sie nicht am falschen Platz. Wenn Sie das Museum nach kurzer Zeit wieder umgestalten müssen, weil die erwarteten Besucherzahlen ausbleiben, wird es noch teurer. Lassen Sie die Ausstellung so konzipieren, dass Kinder wie Erwachsene ihre Freude daran haben. Investieren Sie in unsere Kinder, sie sind unsere Zukunft. Gerne möchte ich das Museum im Prediger in meine Führungen mit einbauen, aber auch sehr gerne würde ich das Kinderferienprogramm und Kindergeburtstage im Museum sehen."
Katja Baumgärtner, Waldstetten;
Limes-Cicerone
© Schwäbische Post 14.03.2006 00:00
479 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.