Schuldbewusstsein?

Zu "Klinik als Tabu-Bereich"
Über die Kritik im Krankenhausausschuss am Streik im Ostalbklinikum kann man nur den Kopf schütteln. Die Herren Pavel, Schwerdtner und Böhm lassen offensichtlich jedes Schuldbewusstsein vermissen, das sie als oberste Arbeitgeber des Klinikpersonals eigentlich haben müssten: sie haben doch die Beschäftigten durch eine seit Jahren steigende Arbeitsbelastung ausgepresst und dann noch durch die Kündigung der tariflichen Arbeitszeit provoziert!
Statt Krokodilstränen über verschobene Operationen und Einnahmenausfälle zu vergießen und dem Pflegepersonal ein schlechtes Gewissen einzureden, sollten die Herren einmal mit denen reden und sie fragen, warum sie so zahlreich streiken.
Dann könnten sie vielleicht endlich verstehen, wie verhasst Stellenstreichungen bei Krankenhausbeschäftigten sind, vollends dann, wenn sie dafür auch noch länger arbeiten sollen als seither! Anstatt das Streikrecht der Krankenschwestern und -pfleger in Zweifel zu ziehen, müssten die Herren sich dringend um das "Betriebsklima" in ihren Krankenhäusern sorgen. Der erste Schritt zur Verbesserung wäre der Verzicht auf eine Arbeitszeitverlängerung und die Übernahme aller Auszubildenden! Das würde auch der Qualität der Patientenversorgung gut tun.Gerhard Schneider, Ellwangen
© Schwäbische Post 07.04.2006 00:00
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