Die meisten Gäste haben Verständnis

Zum Leserbrief "Jammernde Wirte" vom 7. Mai:
Trotz der zugegeben wirtschaftlich angespannten Lage im Gastronomiebereich hat das Naturfreundehaus Himmelreich nun schon über Jahre und Jahrzehnte hinweg einen im Schnitt gleich bleibenden Jahresumsatz. Daran wird sich auch trotz des negativen Leserbriefes von Werner Perthold nichts ändern. Wir sehen deshalb, was die Umsatzzahlen anbelangt, keine Grund zum Jammern. Uns dennoch in die Reihe der jammernden Wirte einreihen zu wollen, zeigt Unkenntnis.
Richtigerweise hat H. Perthold unser Haus als Wanderheim bezeichnet. Richtig ist aber, dass dieses beliebte Ausflugs- und Übernachtungsziel nur an bestimmte Wochentagen geöffnet hat. Dieser Umstand führt dazu, dass wir für diese Tage gezielt Frischware einkaufen und dann auch verbrauchen müssen. Übriggebliebene Ware wollen und können wir nicht zwischenlagern oder einfrieren, da auch der nachfolgende Gast "sein" Recht auf frische und frischzubereitete Ware hat. Trotz der Erfahrungen aus vielen Jahren Himmelreichbetrieb kann keiner von uns vorher bestimmen, wie ein verkaufsoffener Tag verlaufen wird und kann folglich sehr schwer abschätzen wie viel an Ware benötigt wird. Dass es daher Tage gibt, wo wir mit bestimmten Produkten ausverkauft sind, tut uns leid, ist aber leider nicht zu ändern.
Viele Gäste kennen unser Haus. Sie wissen, dass das "Himmelreich" von einem Verein und von ausschließlich ehrenamtlich tätigen Hüttendienstlern betrieben wird. Für dieses große Engagement erhalten sie dann noch einen fast lächerlichen Betrag an Entschädigung, was aber letztlich dazu führt, dass wir sehr familienfreundliche Preise für Speis und Trank anbieten können. Viele unserer Gäste wissen das und nehmen daher in Kauf, dass es manchmal zu gewissen Beeinträchtigungen bei uns kommen kann. Grund zum Jammern liefert die andere Art von Gästen, die manchmal zu vergessen scheinen, dass sie sich auf einem Naturfreundehaus und nicht in einem Drei-Sterne-Lokal befinden, dabei ein Verhalten an den Tag legen, dass man getrost als unverschämt bezeichnen kann. Das ist ein Grund zum Jammern - aber nur das.
Wolfgang Hoffmann, Vorstand
Naturfreundehaus Himmelreich
© Schwäbische Post 14.05.2003 00:00
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