Kassen-Einnahmen sind das Problem

Zu "Drastischer Stellenabbau" (Dieter Keller) vom 14. Mai:
Willkür hin - Willkür her, die Apotheken hängen am Tropf des Gesundheitsministeriums, komme was da wolle. Ernsthaft interessiert für die Belange einer solchen zeigt sich dort hingegen keiner mehr. Stabilisierung, Einsparmaßnahmen, "Reformen" und Beitragssicherungsgesetz geben den Ton an. Die Apotheke als reiner Kostenfaktor? - Mitnichten!
Streng kontrolliert vom Regierungspräsidium, den Krankenkassen, Arzneimittelpreisverordnung und diversen Aufsichtsbehörden - die Gesundheit beziehungsweise der Leidensdruck der Kranken soll nicht ausgenutzt werden. Ohne große Lobby, außer in der Bevölkerung, auch glücklicherweise noch ohne Gewerkschaftseinfluss, stellt das Fachpersonal (!) die zu Recht erwartete Versorgungsleistung sicher. Gemessen am unbezahlten Aufwand wohl einzigartig.
Die Krankenkassen haben kein Ausgaben- sondern ein Einnahmenproblem. Jetzt erst macht man sich richtigerweise daran, die Leistungen im Ausgabenbereich von Fremdleistungen zu befreien. Doch wo findet eine solche effiziente Kontrolle wie bei Apotheken statt?
Fr. Schmidt, lassen Sie auch noch den Versandhandel ruhig kommen - wie der Wolf bei den sieben Geißlein. Dank Ihren Importregelungen haben wir heute mehr zu tun mit Arzneimittelfälschungen als uns lieb ist. Das Fachpersonal sehe ich heute noch weitaus mehr in der Rolle des Verbraucherschützers und Arzneimittelfachmann (-frau) als bisher. Quo vadis, Deutschland?
Wolfgang Frey, Apotheker, Abtsgmünd
© Schwäbische Post 21.05.2003 00:00
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