"Gutachten probates Mittel"

Zu: „Hofener Standort wäre „optimal“
Es ist genau der richtige Weg, O2 die nur auf Wirtschaftlichkeit ausgelegte Planung aus den Händen zu nehmen. Nach Aussage von O2 ist aus funktechnischen Gründen kein vorgeschlagener Alternativstandort möglich. Deshalb ist die Beauftragung eines Gutachters zur Ausweisung von Vorrangflächen ein probates Mittel, um zweifelsfrei das Gegenteil zu beweisen. Mobilfunkempfang bei gleichzeitiger minimaler Belastung für die Menschen. Wer sollte daran etwas aussetzen? Können einige Euro Mehrkosten für O2 ein Argument dafür sein, dass O2 die Gesundheit einer ganzen Gemeinde gefährdet?
Das erst recht, nachdem eine neue Studie zu Auswirkungen von Mobilfunkanlagen veröffentlicht wurde. Sie wurde vom Land Salzburg in Auftrag gegeben und von Daniel Porsche mitfinanziert. Das Ergebnis: Ein deutlicher Zusammenhang zwischen relativ geringer und kurzer Mobilfunkbestrahlung (zwischen 500 und 3000 Mikrowatt pro Quadratmeter, 50 Minuten Dauer) und negativen körperlichen Reaktionen. Bei den Messungen in Hüttlingen wurden die gesetzlichen Grenzwerte nicht mehr als zu fünf Prozent ausgeschöpft. Die Belastung des O2-Mobilfunkturmes würde noch dazukommen! Bei einer Mobilfunkfrequenz von 900 MHz (z.B. D1-, D2-Netz) bedeuten diese fünf Prozent eine unglaubliche Strahlenbelastung von 225 000 Mikrowatt pro Quadratmeter! Dieser Wert würde damit rund 500 mal höher liegen als der Wert, bei dem die angeführte Studie Auswirkungen auf den körperlichen Mechanismus festgestellt hat. Bemerkenswert ist auch, dass das Brüsseler Parlament im Februar 2007 die Senkung des Grenzwertes auf 24000 Mikrowatt pro Quadratmeter beschlossen hat. Eines darf man auch nie vergessen: Ein Handy benötigt weniger als 0,005 Mikrowatt pro Quadratmeter für einen optimalen Empfang.
Bettina Wiedmann Hüttlingen
© Schwäbische Post 23.05.2007 00:00
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