Diskriminierende Altersbegrenzung

Die CDU-Senioren-Union und der Bund der Ruhestandsbeamten, Rentner und Hinterbliebenen (BRH) fordern Bundes- und Landesregierungen auf, im Zusammenhang mit der anstehenden Dienstrechtsreform, die das Ruhestandsalter schrittweise auf 67 Lebensjahre erhöhen soll, konsequenter Weise auch weitere „altersdiskriminierende Vorschriften“ ein für allemal abzuschaffen.
Wenn Beamte künftig bis zum 67. Lebensjahr arbeiten sollen, dann ist nicht einzusehen, warum z.B. höchstqualifizierte Gutachter zwangsweise ihre Tätigkeit einstellen müssen. Und wenn ehrenamtliche Schöffen gesucht werden – warum nutzt man deren Lebenserfahrung und Urteilskraft nicht auch über das 70. Lebensjahr hinaus?
Zum „normalen“ Umgang mit höherer Lebenserwartung und gestiegener Leistungskraft im Alter gehört auch, dass die in den Gemeindeordnungen enthaltenen Altersbegrenzungen für das Amt des Bürgermeisters ersatzlos gestrichen werden. Ein direkt gewählter Bürgermeister muss sich ständig dem Votum der Wählerschaft stellen – wozu also die willkürlich verordnete Altersgrenze? Warum soll ein 62-Jähriger bei besserer Qualifikation und Eignung nicht auch noch Schulleiter werden können? Wer solche Regelungen weiterhin aufrecht erhält, der riskiert schon jetzt nach dem gültigen Gleichstellungsgesetz eine Klage. Rolf Rapp, Aalen
© Schwäbische Post 22.08.2007 00:00
672 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy