Verbraucher kann kaum Kosten senken

Zu „Nächstes Jahr ändert sich einiges“ vom 18. August:
Mit viel Verwunderung habe ich die zwei Artikel über die Stadtwerke und jetzt am 18. August über die GOA gelesen. Die Prinzipien der „Freien Marktwirtschaft“ werden permanent außer Kraft gesetzt. Man preist nicht mehr den Ideenreichtum und die Vielfalt der Bürger beim Wasser- und Müllsparen, man lobt nicht mehr den sorgsamen Umgang mit der Natur – im Gegenteil. Man erwartet, dass der Bürger kein Wasser spart (die Fixkosten werden dann nicht mehr ausreichen, um die Leitungen zu spülen), man erwartet keine Müllsparer-Haushalte (die Kalkulation gerät ins Wanken). Das größte Problem entsteht allerdings durch den zunehmenden Trend zur Müllgemeinschaft! Die Antwort ist schon länger ein nur noch 20-prozentiger variabler Teil der Gebühren. Mit anderen Worten: Der Verbraucher bekommt immer weniger die Möglichkeit, durch Müll- bzw. Wassersparen seine Kosten zu senken. Da dies immer noch nicht reicht , werden die Gebühren weiter steigen. Ich kann sagen, wohin das führt: In spätestens zehn Jahren wird die Gebührenverordnung „vereinfacht“. Die Fixkosten und der gewünschte Gewinn werden zusammengerechnet und durch die Anzahl aller Haushalte geteilt. Die Stadtwerke bzw. die GOA haben somit ihre kalkulierten Einnahmen und sind nicht mehr abhängig vom unberechenbaren und lästigen Verbraucher. Der Sozialismus (der „Einheitsbrei“) ist angekommen. Der Bürger kann durch sein Verhalten keinerlei Einfluss mehr ausüben und muss mangels fehlender Alternativen alles bezahlen.
Freie Marktwirtschaft sieht für mich anders aus ! Bei der Beratung im Kreistag sollte jeder von uns genau schauen, wer von unseren Abgeordneten für dieses Modell stimmt. Eine von CDU und SPD so oft betonte Abgrenzung von der neu entstandenen „Linken“ kann ich dann allerdings nicht mehr ausmachen! Das Ergebnis mit unseren Abgeordneten (vorwiegend CDU und SPD) wird das Gleiche sein, es dauert halt nur etwas länger – traurig, traurig. (DDR ick hör dir trapsen)
Hartmut Witte, Aalen- Waldhausen
© Schwäbische Post 22.08.2007 00:00
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