Niedriglöhne nicht um jeden Preis

Christliche Gewerkschaften und das Thema „Mindestlohn“:
Wenn selbst der Bundesarbeitsminister Olaf Scholz Zweifel daran hat, die christlichen Gewerkschaften für seriöse Tarifpartner zu halten, sollte dies dem Generalsekretär des CGB, Gunter Smits, zu denken geben.
Wer glaubt, wie der Verhandlungsführer der GÖD beim Bewachungsgewerbe, Raymund Kandler, Verdi für das entschlossene Eintreten für die Beschäftigten im Bewachungsgewerbe kritisieren zu müssen, hat eine merkwürdige Vorstellung von Interessensvertretung. Es passt nicht zusammen, sich einerseits bei der Forderung nach gesetzlichen Mindestlöhnen wegzuducken und im Tarifgeschäft Polens Stundenlöhne von 1,50 Euro als Maßstab zu nehmen.
Den DGB-Gewerkschaften die Basisnähe abzusprechen ist eine weitere Frechheit.
Wo ist denn die Basisnähe der christlichen Gewerkschaften? Sie berufen sich zwar auf die katholische Soziallehre, aber ihr Handeln ist weniger sozial. Da sollten sie sich einmal an der Position der KAB (Katholische Arbeitnehmerbewegung) ein Beispiel nehmen. Die KAB spricht sich ganz deutlich für einen gesetzlichen Mindestlohn aus.
Wer wegen eines Tarifabschlusses um jeden Preis Arbeitnehmern Lohndumping zumutet, wie es die christlichen Gewerkschaften tun handelt zu tiefst unsozial. Klaus Fischer, Aalen
© Schwäbische Post 24.07.2008 03:16
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