Gebühren für einen Stempel

Zum Kostenbewusstsein im Gesundheitswesen:
Erstmalig in diesem Jahr verlangte ein Facharzt für die Anbringung eines Bestätigungsstempels auf dem Bonusheft für die BKK Schott-Zeiss einen Betrag von 2,50 Euro. Auf Anfrage bei der zuständigen Krankenkasse wurde mitgeteilt, dass man da nichts machen könne. Manche Ärzte stellen dies eben in Rechnung. Werden die Ärzte von den Krankenkassen tatsächlich so knapp gehalten, dass sie sich solche Dienstleistungen ihrer Arzthelferinnen zusätzlich von den Patienten vergüten lassen müssen? Wenn diese Praxis bei den Hausärzten, Zahnärzten, Sportvereinen und Fitness-Studios Schule macht, und das ist zu erwarten, sollte dagegen etwas unternommen werden.
Es kann doch nicht sein, dass sich am Gesundheitsbewusstsein der Kassenmitglieder und deren Interesse der Solidargemeinschaft gegenüber noch andere zusätzlich bereichern wollen. Gerd König, Oberkochen
© Schwäbische Post 13.09.2008 03:14
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Kommentare

Dr. Heising

Kein Patient ist gezwungen, ein Bonusheft ausfüllen zu lassen. Er tut es deshalb, weil er dann von der Krankenkasse für die durchgeführte Vorsorge oder Impfung eine finanzielle oder materielle Zuwendung erhält, deren Wert nicht selten fast so hoch oder sogar höher ist, wie das ärztliche Honorar für die durchgeführte Leistung.

Es ist schon ärgerlich genug, dass die Krankenkasse ihre Mitglieder dafür bezahlt, dass diese etwas für ihre Gesundheit tun, obwohl die Ärzte ständig hören, dass für die angemessene Bezahlung ihrer Leistungen kein Geld da wäre.

Noch ärgerlicher ist es allerdings, dass der bürokratische Aufwand dafür auch noch auf die Arztpraxis abgewälzt wird, ohne dass diese für die dafür notwendige Arbeitszeit des Praxisteams von der Krankenkasse etwas bekommt.

Hinzu kommt, dass die dem Patienten von der Krankenkasse honorierten Leistungen, wie Impfungen oder Vorsorgen, oft bereits im Impfpass oder Vorsorgeheft dokumentiert sind. Das Ausfüllen des Bonusheftes soll also meist nur dem Krankenkassenmitarbeiter die Arbeit erleichtern. Aus diesem Grund ist es meiner Meinung völlig gerechtfertigt, dass die Arztpraxis für das Ausfüllen dieser Hefte eine kleine Gebühr verlangt.

Dr. Heising, Aalen

 

Hallo Herr, Frau Dr. Heising,

sie haben sicherlich recht, dass niemand das Bonusheft ausfüllen lassen muß. Dann sollten sie aber auch so konsequent sein und keine Vorsorgeuntersuchungen durchführen, denn auf die regelmäßigen Honorarleistungen aus den Vorsorgeuntersuchungen können sie bei ihrer knapp bemessenen Arbeitszeit mit Sicherheit verzichten und könnten so von ihrer Seite aus ihre Angestellten und auch die Krankenkassen entlasten.