Wucher oder Cleverness?

Nochmals: Neubau Verwaltung Kath. Kirchengemeinde Aalen:
" . . . so günstig und so bescheiden wie möglich", so die Repräsentanten der Katholischen Kirche (SchwäPo 26. Juni). - Fakt ist, für ein zirka 80 Quadratmeter großes Grundstück ("Handtuch", SchwäPo v. 14. Februar) bezahlen wohl unbedarfte Einkäufer der Kirche an einen Verkäufer 87 000 Euro (Leserbrief v. Kirchenpfleger Albrecht Schrimpf und Dekan Dr. Pius Angstenberger v. 23. Mai) ist das für ein Garteneck an der stark befahrenen Friedrichstraße Wucher oder Cleverness? Auf jeden Fall wären das sage und schreibe 1087 Euro oder in alt 2126 DM für nur einen Quadratmeter! Ist das nun günstig, bescheiden?
Achtung sehr geehrte Kirchengemeinderäte, hier ist mit "glauben" nichts mehr machbar. Klares Wissen, gegebenenfalls Hinterfragen, prüfen, erfordert Ihre Position, wenn wie hier Kirchensteuergelder verprasst werden.
Nochmals zur Verdeutlichung: Bevor eine Investition für den Anbau getätigt wird, ist abzuklären, was eventuell in zwei bis fünf Jahren mit dem bestehenden Gebäude passiert! "Kindergarten" war dazu mein Stichwort. Ist denn sichergestellt, dass bei abnehmenden Geburtenjahrgängen diese im gleichen Haus angesiedelte Stätte dann noch benötigt wird? Ihnen hatte ich die Nachfrage bei der Stadtverwaltung genauso empfohlen, wie die ökumenische Lösung - Gebiet Bohl-Hofstätt und dem Kindergarten in der Bischof-Fischer-Straße (zirka 300 Meter entfernt, gleiches Einzugsgebiet). Die einzige Antwort der Repräsentanten (SchwäPo v. 26. Juni) "wir können ja dann auch schon zweijährige aufnehmen". Ich ergänze: Mit dann kleineren Gruppen oder der Aufnahme von noch Ungeborenen können Sie undurchsichtige Planungen nicht rechtfertigen.
Darüber hinaus bringt die angestrebte Kommunalisierung des Kindergartenwesens, Erhebungsabschluss 31. Dezember 2003 für den Start 1/2004 ganz sicher diese Geburtenentwicklung, mit dem Kindergarten-Platz-Bedarf ans Tageslicht. Dann muss auch die katholische Kirchen Farbe bekennen und handeln.
Deshalb meine Empfehlung als Kirchensteuerzahler: Warten Sie mit weiteren teueren Lösungen und beweisen Sie mit weitreichenden Planungen Ihre Aufgabenstellung als gewählte Räte, oder haben Sie gar keine Einflussnahme?
Damit nichts verloren geht, alle Berichte sind gesammelt. Diesen Leserbrief erhalten alle Katholischen Kirchengemeinderäte an die Postadresse zugestellt.>Günther Stützel, Aalen
© Schwäbische Post 26.07.2003 00:00
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