Nicht gegen die Gesinnung Jesu

Zu der Diskussion um den Papst:
Mich schmerzen als evangelischen Christen die vielen Anklagen und Angriffe, die gegen den Papst ins Feld geführt werden. Allerdings wundert es mich nicht. Es hätte mich eher gewundert, wenn er als ein Mensch und Christ, der in einer so guten Beziehung zu Jesus von Nazareth lebt, wie er es in seinem gleichnamigen Buch „Jesus von Nazareth“ ausdrückt, nur Bewunderung und Beifall einstreichen würde.
Wird seine konservative, von biblischem Glauben geprägte Haltung, die schon immer ein Ärgernis war, nicht jetzt benützt, etwas gefunden zu haben zur Anklage gegen ihn? Der Tübinger Theologe Hünermann wirft dem Papst einen schweren Amtsfehler vor, und gegen das Kirchenrecht verstoßen zu haben. Darüber möchte ich mir kein Urteil erlauben. Ich bezweifle aber sehr, ob er auch gegen die Gesinnung und das Handeln Jesu verstoßen hat. Hat Jesus zum Beispiel von dem Gelähmten in Lukas 5, als die vier Männer ihn zu Jesus brachten, zuerst ein Schuldgeständnis und Reue eingefordert? Ist denn die Piusbruderschaft gezwungen worden, zur römischen Kirche durch die Freisprechung zurückzukehren? Die Antwort steht ja noch aus. Hans Häfele, Aalen
© Schwäbische Post 06.03.2009 03:04
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