Ernst, kompetent oder lachhaft?

Zur Holocaust-Leugnung allgemein:
Als ich heute mal wieder die Nachrichten las, erfuhr ich schnell dass die Presse ein neues Lieblingsthema hat: der Holocaust und dessen Leugnung.
Die Leugnung des Holocausts ist ein wahrhaft erschütterndes sowie schlimmes Thema, das trotz der heutigen Finanzlage nicht weniger beachtet werden darf und man muss ihr, gerade in diesen Zeiten, ein hohes Maß an Aufmerksamkeit widmen und es nicht verharmlosen oder gar verdrängen. Allerdings sollte man sich mal klar machen, dass Leute eingesperrt werden (sechs Jahre lang!), weil sie ihren Gedanken freien Lauf gelassen haben, auch wenn es sich um blinde Denkprimaten handelt.
Noch amüsanter wird, es wenn eine Person die KZ-Massenmörder mit der Abtreibung nach dem zweiten Weltkrieg vergleicht. Die Nation und sämtliche Politiker sind empört über solch eine Äußerung – zu Recht! Dass auch hier gleich an rechtliche Schritte gedacht wird ist allerdings nur noch lustig. Zum Lachen wird es aber erst dann, wenn man bedenkt, dass diese Politiker, die sich so über diesen Wortlaut aufregen, ein paar Monate zuvor noch diese waren, die Computerspieler mit Massenmördern gleichgestellt haben.
Die Leute, die diese Politiker wählen (und jedes Jahr feiern), weil sie so allwissend sind, sind dann diejenigen, die auf Youtube von einem Fernsehsender auf offener Straße angesprochen werden und gegen die ausgesprochen brutale Benutzung vom Textbearbeitungsprogramm Word bei Kindern sind und somit ihre Fachkompetenz breitfächern. Harte Worte, krasser Vergleich, oder? Sehe ich auch so.
Andreas Lutz, Ellwangen
© Schwäbische Post 06.03.2009 03:05
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