Keine Lösung für die Nachwuchsprobleme

Zum Thema „Gesundheitsfonds“:
Geschäftsführer Hempel der AOK Ostwürttemberg und Prof. Ahrens (Gesundheitsmanagement, FH Aalen) lobten beim politischen Frühschoppen den Gesundheitsfonds. Hempel nahm auch gleich „dem aktuellen Ärzteprotest den Wind aus den Segeln: Die Ärzte in BaWü und Bayern haben in der Vergangenheit das Meiste erlöst. Das wird jetzt eben ein bisschen ausgeglichen“.
In dieser Zeitung war am 28. Juli auf Seite 2 zu lesen, dass es bei einem bundesdurchschnittlichen Honorarzuwachs von +8,7 % in Baden-Württemberg ein Minus gibt, beispielsweise für Hausärzte -10%, Augenärzte -13% Orthopäden -18%. Da es sich hier um Umsatzzahlen handelt, bedeutet dies angesichts 50 Prozent Fixkostenanteil einer Praxis einen Gewinneinbruch von 20, 26 bzw. 36 Prozent! Ein Unternehmen, das solche Zahlen vermelden würde, wäre weder kreditwürdig, noch würde irgendjemand dieses kaufen wollen.
Ich fürchte, dem Ostalbkreis und Baden-Württemberg werden in Ärzte ausgehen. Unsere Nachwuchsprobleme sind bekannt und sie wurden durch die missratene CDU-SPD-Gesundheitsreform nur noch verschlimmert. Erst wenn weite Landstriche ohne Arzt dastehen, wird man bemerken, das weder Politiker noch Gesundheitsmanager Patienten behandeln können!
Wolfgang Schlipf,
Landarzt, Abtsgmünd
© Schwäbische Post 04.08.2009 03:10
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