Herabwürdigende Wortwahl

Zu: Rubrik „Na so was...“ vom 30.9.2009 – Frau in Schießbude am Gesäß verletzt.Sie berichten, unverkennbar amüsiert, darüber, dass eine Schießbudenbetreiberin von einem Gast am Gesäß verletzt worden ist.
Ihre Wortwahl „verpasste ihr“ anstatt „verletzte sie“ impliziert genauso wie die Überschrift, dass es etwas Lustiges hätte. An den Buden hängen Warnschilder, dass die Gewehre nicht gegen Menschen gerichtet werden dürfen, aber Verletzungen an Hintern der betreibenden Frauen sind offenbar erlaubt.
Im Hinblick darauf, wie in vielerlei Medien derart geringschätzig mit der Unversehrtheit sowie der Würde von Frauen umgegangen wird, erschreckt mich nicht einmal so sehr die Tatsache, dass Männer auf die absurde Idee kommen, Frauen in den Hintern zu schießen als vielmehr die, dass Sie als renommierte Tageszeitung das auch noch witzig finden.
Felicitas Herr, Oberkochen
© Schwäbische Post 09.10.2009 03:09
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