Wo bleibt die Verantwortung als Christ?

Zum Umgang mit verkaufsoffenen Sonntagen / Aalener Gemeinderatssitzung vom 25. März:
Müssen fünf verkaufsoffene Sonntage in Aalen sein? Hätten nicht zwei, an den Wasseralfinger Heimattagen und an den Reichstädter Tagen, auch gereicht?
Die Beschlussfassung über die verkaufsoffenen Sonntage steht auf der Tagesordnung des Aalener Gemeinderats. In Kürze ist der Vorschlag der Verwaltung bei ein paar wenigen Gegenstimmen durchgewunken. Für mich als CDU-Mitglied besonders entäuschend das Abstimmungsverhalten der Fraktion mit dem „C“.
Wo bleibt die Verantwortung als christliche Partei, den Schutz des Sonntags zu respektieren? Gerade bei dieser Frage wird christliche Politik praktisch. Andernfalls bleibt das „C“ im Namen nur ein Lippenbekenntnis. Da wird in großen Reden darüber geklagt, dass unsere Gesellschaft an Werten verliert, wenn es aber darauf ankommt, Farbe zu bekennen, klein beigegeben.
Der Schutz der Sonn- und Feiertage ist ein Kulturwert. Der Sonntag ist für Christen der Tag Gottes. Er dient der inneren Ruhe und dem Gebet. Zudem ist er eine besondere Gelegenheit für die Familie, ihr Zusammenleben zu pflegen. Er ist deshalb nicht nur aus religiöser Sicht schützenswert, auch im Hinblick auf ein intaktes Familiengefüge. Nicht der Konsum, sondern der Mensch sollte bei dieser Frage im Blick der Politik stehen.
Gegen das langsame Aushöhlen von Traditionen sollten wir uns entschieden zur Wehr setzen. Es ist zu bedauern, dass gesellschaftliche Übereinkünfte und religiöse Übungen wie die Sonntagsruhe immer mehr zerbröckeln. Dass Konsum und Profit um jeden Preis kontraproduktiv sind, hat uns der Bankencrash und die Wirtschaftskrise deutlich vor Augen geführt. Ein an Werten orientiertes Wirtschaften und Handeln ist gefragt.
Die Kommerzialisierung widerspricht der christlichen Grundidee des Sonntags. Gerade jeder Kommunalpoltiker mit dem „C-Parteibuch“ sollte sich bewusst sein, dass er nicht nur für die Geschäftswelt, den Einzelhandel und deren wirtschaftlichen Erfolge zuständig ist, sondern in einer Gesamtabwägung auch christliche Werte bei seiner Entscheidung mit einbeziehen sollte.
Klaus Köhle, Aalen
© Schwäbische Post 03.04.2010 03:11
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Kommentare

In my humble opinion

In Frankreich, Portugal und Spanien sind auch sonntags manche Geschäfte/Märkte geöffnet. Ich nehme an, dort leben und wohnen nur Ungläubige und keine Christen, so wie bei uns hier.

The Apostles assembled every first day ( Sunday ) of the week to break bread and partake of the cup. Nothing has changed. Very few Christians in Germany attend church services to worship God. So they might as well go shopping or whatever they want to do.

Not much different here in California. My wife and I attend church service every Sunday. I would prefer all stores would be closed on Sunday. But the love of money dictates much in our daily lives. 

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