Kahlschlag und Wertezerstörung?

Zur Museumslandschaft Aalen und ihrer Zukunft:
Die Stadt als Anwärter für ein Oberzentrum gräbt sich permanent das Wasser selbst ab. Oberzentrum ohne eine vielseitige Museumslandschaft genügt den Ansprüchen nicht. Alleinstellungsmerkmale sind nicht Galerien, die gibt es haufenweise. Industriegeschichte der Ost-alb, basierend auf dem Eisenerz von Wasseralfingen und die Geologie des Ostalbkreises, dies sind Alleinstellungsmerkmale.
Die Erdgeschichte für die Zeit von 178 Mio. bis 175 Mio. Jahren erhielt von Aalen seinen Namen. Aalenium ist ein weltweit gültiger Begriff wie z.B Oxfordium dessen Namensgeber Oxford, die bekannte englische Universitätsstadt ist.
Das Urweltmuseum mit seiner Basisarbeit für unzählige junge Menschen soll aufgegeben werden. Für eine Einsparung von etwa 30 000 Euro pro Jahr wird ein etabliertes Museum mit einem Wert von mehreren hunderttausend Euro zerschlagen. Die Aussicht, dass in den nächsten zehn Jahren ein Neubau am Tiefen Stollen erstellt wird, erscheint sehr gering.
Andere Gemeinden bauen ihre Ferien- und Tourismusschwerpunkte aus, siehe Schwäbisch Gmünd, Heidenheim und Blaubeuren. Aalen baut sie ab. Andere werden das entstandene Vakuum um Aalen zu nutzen wissen. Der Unesco-Geopark Alb ist im Aufbau, der Meteorkrater Steinheim bekommt seine ihm zustehende Bedeutung und der Geopark Ries nutzt sein Alleinstellungsmerkmal ausgiebig.
Es wäre Aalen, vor allem den Verantwortlichen zu wünschen, dass sie die vorübergehenden Finanznot innovativ angehen und die Weichen so stellen damit die Zukunft nicht verbaut ist. Hans-Dieter Bolter, Aalen
© Schwäbische Post 19.06.2010 03:09
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