Versichertenbeiträge nicht gut ein gesetzt

Die Gesamtmitarbeitervertretung der Samariterstiftung nimmt mit großer Betroffenheit Kenntnis von der Absicht, die Geriatrische Rehabilitationsklinik in Aalen zu schließen:
Seit der Eröffnung im Frühjahr 1998 leisten die Mitarbeitenden der Klinik ausnahmslos eine hoch qualifizierte, kompetente und engagierte Arbeit auf der Grundlage eines Konzepts mit ganzheitlichem Ansatz zur Rehabilitation älterer Menschen. Dieses Konzept hat sich bestens bewährt.
Es ist unbestritten, dass der finanzielle Aufwand einer ganzheitlichen geriatrischen Rehabilitation, wie sie die Klinik in Aalen erbringt, nicht nur gerechtfertigt ist im Blick auf die wiedergewonnene Lebensqualität der Patienten, sondern auch angesichts der möglichen Vermeidung von Folgekosten.
Aufgrund zunehmend prekärer Rahmenbedingungen und äußerer Einflüsse – vor allem der Unterfinanzierung der geriatrischen Rehabilitation und der teilweise mangelhaften Zuweisungspraxis durch die Krankenkassen – hat die Klinik zusehends wirtschaftliche Probleme bekommen. Hier wird aber unserer Meinung nach – aus kurzfristigen und kurzsichtigen wirtschaftlichen Erwägungen vor allem der Kostenträger – an der falschen Stelle gespart, und damit werden auch die Beiträge der Versicherten nicht optimal eingesetzt.
Bereits in den vergangenen Jahren haben die Mitarbeitenden der Klinik mit erheblichem persönlichem Engagement und auch Opfern zu einer Verbesserung und Bewältigung der Situation beigetragen, um den Betrieb der Klinik auf hohem fachlichem Niveau weiter zu ermöglichen. Die Mitarbeitervertretung wendet sich daher entschieden gegen die beabsichtigte Schließung der Klinik – im Interesse der betroffenen Mitarbeitenden, im Interesse der Patientinnen und Patienten, aber ebenso im Sinne der Fortführung eines fachlich, gesundheitspolitisch und gesamtwirtschaftlich betrachtet, sinnvollen Konzepts.
Die Mitarbeitervertretung appelliert an die Verantwortung aller Beteiligten einschließlich der Politik und der Krankenkassen, für den Erhalt der Angebote und Leistungen der Klinik und für den Erhalt der Arbeitsplätze in der Geriatrischen Rehabilitationsklinik. Sie wird alles in ihren Kräften Stehende dazu beitragen, um die berufliche Zukunft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik zu sichern.
Gerhard Fezer, Nürtingen,
Vorsitzender
© Schwäbische Post 28.01.2011 21:16
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