Kein Schaden, nur weniger Gewinn

Zu: „Atomausstieg in Stufen“ vom 4. Juni:
Letzter Absatz des Beitrags: „Bei den AKW-Betreibern wird die beschleunigte Energiewende nach einer Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) Vermögensschäden bis zu 22 Milliarden Euro verursachen“.
Bei der Studie der LBBW handelt es sich doch wohl nicht um einen versteckten Spendenaufruf für die ach so armen vier AKW-Betreiber mit Monopolstellung – oder doch? Die LBBW liegt mit dieser ihrer Studie genau so weit daneben wie einst mit ihren Finanzgeschäften, die ja wie bekannt zu Millionenverlusten geführt haben.
Die vier AKW-Betreiber haben bis heute Jahr für Jahr Milliardengewinne mit ihren AKW gemacht, im letzten Jahr alleine 10 Milliarden Euro. Aber das ist denen nicht genug. Sie haben und werden (noch) Vermögensvorteile in zweistelliger Milliardenhöhe bekommen, ohne dass sie dafür eine Leistung erbringen mussten/müssen.
Für Forschung in der Kernenergie (zur friedlichen Nutzung) und Erkundung für die Endlagerung des aus den AKW anfallenden Atommülls wurden und werden Steuergelder in Milliardenhöhe ausgegeben. Die beschleunigte Energiewende führt bei den AKW-Betreibern nicht zu einer Vermögensschädigung, sondern nur zu etwas weniger Gewinn in Milliardenhöhe.
Apropos Endlagererkundung zur Atommüllentsorgung: Jeder normale Betrieb in allen anderen Wirtschaftsbereichen, bei dem im Produktionsablauf Abfall anfällt, hat bei der zuständigen Abfallbehörde einen Abfallentsorgungsplan zur Genehmigung vorzulegen und auf eigene Kosten die Abfallentsorgung zu tragen.
In beiden Unternehmen, LBBW und EnBW, haben Landkreise und seit Ende 2010 auch wieder das Land Mitverantwortung. Kamen die Autoren der Studie der LBBW von der EnBW? Es lebe der Lobbyismus!
Albert Vogt, Abtsgmünd
© Schwäbische Post 15.06.2011 19:17
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