„Eine Katastrophe ohne Erdbeben“

Zum Thema „Energiewende, Windkraftanlagen“ usw.:
Im fernen Japan gibt es ein Erdbeben mit einer Magnitude von 9,0 und in der Folge wird hier bei uns unsere vertraute Landschaft in eine Energiefabrik umgewandelt.
Der letzte Ausläufer des Tsunamis spülte bei der Landtagswahl eine Partei an die Macht, die nun das „Restrisiko“ in unserem Leben ein für allemal abschaffen will. Eine politische Bewegung rettet die Welt.
Verängstigung in der Bevölkerung, dankbar aufgegriffen durch die Medien, und diese deutsche Empfänglichkeit für Heilsbotschaften ermöglichen nun eine Katastrophe ohne Erdbeben. Unsere über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft, Basis für den Fremdenverkehr, wird zerstört. Die geplante Gesellschaftsveränderung kann beginnen. Die Ziele der Naturschutzvereine, der Heimatvereine, des Schwäbischen Albvereins, des Schwarzwaldvereins werden ad absurdum geführt. Was Generationen von Mitgliedern geschaffen haben, wird nun auf „grüne“ Art entsorgt. Es wird eben „durchregiert“.
Da wird von Bürgerbeteiligung und „Bürger mitnehmen“ gefaselt, während diese Zeitung am 14. Mai das Landratsamt bereits so zitierte: „Formalrechtlich betrachtet habe der Bürger keine Chance gegen den Bau einer (Wind-Kraft-) Anlage vorzugehen. Eine Bürgerbeteiligung sei auch nicht vorgesehen.“
Siegfried H. Kruppa, Ellwangen
© Schwäbische Post 20.06.2011 19:46
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Kommentare

JThauser

Lieber Don Quixote,

sie wohnen in Ellwangen weit weg von allen Großkraftwerken, seien es Atom-, Kohle- oder Müllheizkraftwerke. Ich wohne nicht in Ellwangen. Ich sehe am Horizont jeden Tag eine große Wolke aus Dampf und Rauch, die weit in die Atmosphäre hinaufsteigt. Manchmal auch nicht, dann nebelt sie die umliegenden Stadtteile ein, aber meistens ist sie gut sichtbar. Und ich weiß auch, dass meine aktuelle Position im Evakuierungsradius des nächstgelegenen Kernkraftwerks läge. Das muß Sie nicht stören, Sie wohnen in Ellwangen, wohin der Strom über Leitungen kommt, ohne Rauch und Dampf, und ohne das nahe Risiko durch einen Reaktor. Mich stört es. Und was machen wir jetzt?

In my humble opinion

Und was machen wir jetzt?

 

Vielleicht die Wohnungen tauschen?

> Lieber Don Quixote,

dafür gibt es demokratische Prozesse. Und wenn am Ende ein Kraftwerk steht, wird es wohl kommen, mit oder ohne ihre persönliche Zustimmung. Unabhängig davon, sollte ein Bürger weigstens die Chance haben etwas das gegen  seinen Willen gebaut wird zu verhindern, zumindest in der Theorie.