Was spricht gegen „Gmünder Stadttunnel“?

Zur Namensgebung des Gmünder Tunnels im Zuge der B 29:
Genau genommen gibt es drei „Gmünd“, nämlich „Gmünd“ in Kärnten (Österreich) mit etwa 2600 Einwohnern, „Gmünd“ als Bezirkshauptstadt des Bezirkes Gmünd im nordwestlichen Waldviertel (Österreich) mit etwa 5500 Einwohnern und „Schwäbisch Gmünd“ mit etwas über 60 000 Einwohnern als zweitgrößte Stadt des Ostalbkreises. Dabei sollte man nicht vergessen, dass erst seit dem 2. Mai 1941 der Landkreis die Bezeichnung „Landkreis Schwäbisch Gmünd“ führte, um eine Verwechslung mit dem Landkreis Gmünd im seinerzeitigen „Gau Niederdonau“ zu verhindern. Die Stadt Schwäbisch Gmünd erhielt bereits 1934 den heutigen Namen, vorher hieß sie „Gmünd“, man wusste einfach, welches Gmünd mit „Gmünd“ gemeint war.
Zum Namen für den Tunnel: Der Name für den Tunnel „muss melodisch, wohlklingend und vom Rhythmus passend“ sein, sagt man. „Melodisch und wohlklingend“ soll er den Namen der Stadt verstecken, die er vom Durchgangsverkehr erlösen soll? Dafür darf er an ein bayerisches Starkbier gemahnen oder an eine Kirche in der Kreisstadt – sonst nix? Der Name für den Tunnel soll kein Zungenbrecher sein, sagt man. Bitte was ist am Namen „Gmünder Stadttunnel“ denn „umständlich“, was ein „holpriger Zungenbrecher“? Vielleicht der erste Teil, „Gmünd“? Und die penetranten Bemühungen einiger Interessierter für „Salvator“ stellen nicht die Mehrheit der Bevölkerung dar, so sehr das auch immerl suggeriert werden soll. Der Kreuzweg und die Salvator-Kapelle sind gewiss ein Pfund, mit dem Gmünd touristisch wuchern kann und was so aggressiv vermarktet werden sollte, wie es die Religion der Nächstenliebe erlaubt. Aber „Salvator“ als Name für DEN Tunnel? Welches Bauwerk soll da auf Kosten des anderen profitieren? Die Mehrheit wird noch über den Namen für den Tunnel entscheiden.
Hans-Peter Nicolai,
Schwäbisch Gmünd-Herlikofen
© Schwäbische Post 29.06.2011 19:02
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