Stadträte sollen mehr Solidarität zeigen

Zur Absicht von Zeiss, in Oberkochen neue Arbeitsplätze zu schaffen – wobei Wohnbauflächen in der Stadt fehlen:
Seit Jahren geht die Einwohnerzahl in Oberkochen zurück. In wenigen Jahren haben wir fast 800 Einwohner verloren, Tendenz steigend. Junge Familien sind in unsere Nachbargemeinden umgezogen und haben dort ein Haus gebaut. Inzwischen kommt die erfreuliche Meldung, dass die Firma Zeiss für die Entwicklung und mit dem Ausbau der Halbleitertechnik und für eine Zentrale Logistik x-Millionen investiert. Natürlich drängt die Firma Zeiss die Stadt Oberkochen, zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen und zur Schaffung neuer Wohnflächen. Wenn die Firma Zeiss nun 1000 Arbeitsplätze plant, muss es für die neuen Mitarbeiter, die von Auswärts kommen, die Möglichkeit geben, in Oberkochen eine neue Heimat zu finden.
Jetzt zur Frage von Brigitte Hofmann: „Wollen die Leute überhaupt hier wohnen?“ Frau Hofmann als Stadträtin sollte sich besser informieren. Vor acht Jahren sind auf der Heide die letzten 14 Bauplätze in nur drei Wochen verkauft worden, ohne im voraus jemand zu fragen.
In Oberkochen sind die größeren Bauflächen von Paragraphen zementiert, Flora, Fauna und Blümchen, so wird begründet. Anders ist es in unseren Nachbargemeinden, in den kleinen Dörfern wie Waldhausen und Ebnat und so weiter: Dort sind und werden immer noch größere Bauflächen erschlossen und angeboten.
Nun, als Trost, versuchte Bürgermeister Traub, die kleinen noch vorhandenen Bauflächen vom Gemeinderat abstimmen zu lassen, die nur CDU, SPD befürwortet haben. Die enormen Zeiss-Investitionen werden wir in Zukunft in Oberkochen nicht mehr miterleben. Deshalb wäre es für die Zeiss-Vorstände, die Mut und Verantwortung gezeigt haben, eine Genugtuung gewesen, wenn auch die FOB solidarisch mit CDU und SPD abgestimmt hätte, und dieses zum Wohle unserer Stadt.
Zum Schluss ein Kompliment an die Zeiss-Vorstände, die mit ihrer Entscheidung, die nicht leicht war, ein Zeichen gesetzt haben. Und nicht zu vergessen Bürgermeister Traub, der mit seinem Mitwirken nicht nur der Stadt Oberkochen, sondern auch der Zukunft unserer neuen Generationen einen Dienst erwiesen hat. Alfredo Ciavarella, Oberkochen
© Schwäbische Post 05.08.2011 19:01
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