Trobo und NEO – eine traurige Geschichte

Zum Bericht der SchwäPo vom 27. Juli über den NEO- Verkauf:
Es ist schon eine Zeit lang her, da haben sich über 1200 weitsichtige Bauern aus der Region zusammen getan und die Trocknungsgenossenschaft Bopfingen und Umgebung gegründet. Deren einzige Aufgabe es war: „Verlustarme Konservierung bei höchster Qualitätserhaltung vom hofeigenen Futter.“ Von Bund, Land und den Mitgliedern wurden die Kosten für die Anlage aufgebracht (über 1,5 Millionen DM). Das Werk wurde in Rekordzeit gebaut und die Landwirte konnten ihr getrocknetes Futter ihren Tieren ganzjährig füttern. Mensch und Tiere waren zufrieden. Bis uns nach Jahren eine Bürgerinitiative das arbeiten schwer machte. Wir wurden gemobbt, verdächtigt und in alle Richtungen geprüft. Der damalige Bürgermeister Rapp durfte aber immer wieder das Ergebnis der angeordneten Messungen verkünden: „Stilllegung nicht verfügbar“. Alles OK? Von wegen durch viele sinnlose Auflagen mussten immer höhere Trocknungsgebühren verlangt werden. Um die Anlage wirtschaftlich zu betreiben wurden in der „grünfutterlosen Zeit“ die Holzpellets-Produktion mit sehr großem Erfolg aufgenommen. Eine Umstellung auf andere Energieträger wurde uns in Bopfingen nicht genehmigt. Auf der Suche nach einem neuen Standort kam die Trocknung nach Neunheim. So wurde aus der Trobo die NEO. Sicher wäre es gut gewesen, wenn man bei der Planung und Personaleinstellung das Wissen und die Erfahrung des qualifizierten Personals aus Bopfingen bei der NEO einbezogen hätte. So musste es kommen wie es kam. Die Anleger verloren viel Geld, Herr Rettenmaier hat ein günstiges Werk. Aber das schlimmste ist der Gedanke von „Dioxinfreien hofeigenen Futter für die Tiere der Bauern“ ist für immer vorbei und die Stadt Bopfingen hat eine Werksruine mehr.
Willi Beck,
Bopfingen-Oberdorf
© Schwäbische Post 09.08.2011 20:46
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