Möglichkeiten der Polizei sind beschränkt

Zum Leserbrief „Platzverweis rund um Kirche ?“
Zugegeben, es sieht manchmal richtig schrecklich aus, und das rund um ein Gotteshaus und im Herzen unserer schönen Stadt. Und es nervt auch mich. Ich kapiere auch nicht, wie so die Jugendlichen selbst ihre restlichen Sympathien aufs Spiel setzen. Bei Beschädigungen schließlich hört selbst bei mir jegliches Verständnis auf.
Der Ruf besorgter Bürger nach der Ordnungsmacht liegt nahe. Dass jene damit allerdings den „schwarzen Peter“ zugeschoben bekommt, hilft der Sache nicht wirklich weiter. Die Polizei nämlich „schläft“ keineswegs, im Gegenteil, wenn sie angerufen wird, ist sie da und zwar so schnell wie möglich. Allerdings können die ohnehin (zu) wenigen Beamten nur durchsetzen, was ihr gesetzlich oder stadtverordnungsmäßig (d. h. letztlich vom Stadtrat, also uns Bürgern) an die Hand gegeben wird.
Solange z. B. harte Alkoholika an Jugendliche ausgegeben werden, braucht man sich nicht zu wundern, wenn das ausgenutzt wird. Solange die Stadt keine größeren Müllbehälter aufstellen kann, weil sie befürchten muss, dass andere Bürger ihren Hausmüll darin entsorgen, gibt es auch für die Jugendlichen keinen Platz, wo sie ihren Müll an Ort und Stelle geordnet aufräumen könnten. Solange der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit nicht verboten ist , gibt es zudem keine Möglichkeit, als sofortige Konsequenz z. B. Bußgelder zu verhängen, tut wirklich rücksichtsloses Verhalten nicht „weh“, bleibt ohne wirksame Folgen und beschränkt sich auf gutes Zureden, Freiwilligkeit und Einsicht.
Ein Platzverweis um die Kirche übrigens verlagert „das Problem“ nur woanders hin. Versuchen Sie mal, einen Platz oder Raum in dieser Stadt zu finden, an dem sich diese Jugendlichen treffen könnten, ohne übermäßig zu „stören“ . . .
Burkhard Michalsky,
Aalen-Wasseralfingen
© Schwäbische Post 19.10.2011 21:02
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