Anfängliche Enttäuschung wieder korrigiert

Zum Artikel „Zorn ist besser als Gleichgültigkeit“ vom 14. November:
Mit Befremden habe ich den Artikel „Zorn ist besser als Gleichgültigkeit“ zum Vortrag „Damit ihr Hoffnung habt – Ökumene geht weiter“ von Domkapitular Dr. Heinz Detlef Stäps bei der Konferenz der Kirchengemeinde- und Pastoralräte des Dekanatsbezirks Aalen gelesen. Die Berichterstattung spiegelt nicht den Grundtenor der Veranstaltung wider und ist in Teilen sinnentstellend, so nicht zuletzt in der provokanten Überschrift, die von einer Enttäuschung des Referenten vom Verhalten des Papstes spricht.
Domkapitular Stäps berichtete von seinen Erfahrungen beim Papstbesuch in Erfurt und der anfänglichen Enttäuschung der Gottesdienstteilnehmer über die dortige Rede des Papstes, in der dieser den Reformator Luther nicht erwähnt habe. Diese Enttäuschung sei aber durch die später veröffentlichte Ansprache des Papstes vor Vertretern der EKD im kleinen Kreis korrigiert worden.
Der Ökumenereferent der Diözese Rottenburg-Stuttgart wies bei der Konferenz des Weiteren auf den Grundsatz der möglichen Kommunionzulassung von evangelischen Christen im katholischen Gottesdienst in Ausnahmefällen hin und bezog sich dabei auf die Enzyklika von Papst Johannes Paul II. „Ut unum sint 46“: Voraussetzung für den Kommunionempfang von evangelischen Christen im katholischen Gottesdienst in Ausnahmefällen seien die Übereinstimmung im Eucharistieverständnis mit der katholischen Kirche und das echte geistliche Bedürfnis.
Schließlich ein weiterer Aspekt: Domkapitular Stäps berichtete von der wechselseitigen Anerkennung der Taufe durch elf Kirchen. Diese Anerkennung bezeichne eine Gemeinschaft, die noch keine volle Kirchengemeinschaft darstelle, aber nach Kardinal Walter Kasper für weitere theologische Gespräche über die Gemeinschaft am Tisch des Herrn berücksichtigt werden müsse.
Außerdem kann natürlich keine Rede davon sein, dass die päpstliche Unfehlbarkeit neu definiert worden sei, Stäps berichtete nur von dem Aufeinanderzugehen in einer ökumenischen Studiengruppe zu diesem Thema. Dekan Dr. Pius Angstenberger, Aalen
© Schwäbische Post 05.12.2011 20:46
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