Die Schullandschaft weiterentwickeln

Zu „Das Stochern im Nebel“ vom 7.Dezember:
Es verwundert nicht, dass es bei Neuerungen zum „Stochern im Nebel“ kommt, das Neue kennen wir ja noch nicht. Vorsicht ist also auf jeden Fall geboten, Ängste können leicht geweckt werden.
Die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung ist Fakt. Dass Eltern nach einer kompetenten und guten Beratung seitens der Grundschule eigenverantwortlich entscheiden, welche weiterführende Schule ihr Kind besucht, hat natürlich Auswirkungen.
Spekulationen sind zwangsläufig. Werden nun alle Eltern ihr Kind am Gymnasium anmelden? Erscheint eher unwahrscheinlich, da bisher schon viele Kinder mit gymnasialer Empfehlung dort nicht beschult werden. Werden die Hauptschulen mit weiter zurückgehenden Anmeldungen konfrontiert sein? Erscheint schon eher wahrscheinlich.
Die Einführung der Gemeinschaftsschule soll Eltern Sicherheit geben, dass ihr Kind in dieser Schule optimal gefördert wird. Die Abschlüsse der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums können erreicht werden, da alle Bildungsstandards angeboten werden müssen. Wie soll das möglich sein?
Will man die Gemeinschaftsschule umsetzen, bedarf es erheblicher Änderungen unserer bisherigen Ansichten und vor allem konkreter Anstrengungen. Es geht um eine sicherlich tief greifende Veränderung und Weiterentwicklung unserer Bildungslandschaft, aber nicht um die Zerstörung derselben. Diese Weiterentwicklung kann nur gelingen, wenn die Umsetzer, Schulträger, Eltern und Schulen, verantwortlich und eigenverantwortlich einbezogen werden.
Am Beispiel der Verordnung von G 8 haben wir doch erlebt, wie unzulänglich ein solches von oben verordnetes Verfahren sein kann.
Martin Diemer,
Aalen-Dewangen
© Schwäbische Post 08.12.2011 21:45
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