Kritik an Messstationen

Zu „Blechkasten bringt Klarheit über Luftgütebelastung“ in der GT vom 8. Dezember und „Gmünder Luftwerte im Internet“ in der GT vom 15. Dezember.„Wie im „Blechkasten-Bericht“ nachzulesen war, wurden die Messstationen aufgestellt, um „Klarheit über die Luftbelastung…“ zu bringen und „Sie sollen auch die Frage klären helfen: Ist der Abgasfilter im Tunnel nötig?“ Nach dem Bericht in der GT wurde bereits eine Messstation in Wustenriet, die andere am Münsterplatz aufgestellt. Wie weiterhin nachzulesen war, erklärte der Sachgebietsleiter Herr J., dass Wustenriet „in einer starken Abwindrichtung vom Tunnelkamin liege“ und „Messungen hätten ergeben, dass der Wind, der über dem Tunnelkamin weht, meist in Richtung Wustenriet oder in die entgegengesetzte Richtung treibe“. Diese Darstellung erlaube ich mir, in Frage zu stellen. Bekanntlich liegt Wustenriet westlich vom Tunnelkamin. Die Himmelsrichtung „Westen“ kennt schon der Pfadfinder: Dort, wo bei uns an den Bäumen die meisten Moose und Flechten wachsen, ist West-Nordwest. Aus dieser Richtung kommen am häufigsten Regen und Wind! Weiß man das in Stuttgart oder weiß das der Herr „Sachgebietsleiter J.“ nicht? Klarheit über die Hauptwindrichtungen bringt auch ein Blick ins Internet (zum Beispiel Wetterstatistik Stuttgart-Echterdingen). Hauptwindrichtung ist bei uns Westen! Nach der Statistik wir also in den wenigsten Fällen verschmutzte Luft vom Tunnelkamin nach Wustenriet getragen.
Es bleibt für mich die Frage offen, warum wurde überhaupt die Messstation am Ortsrand von Wustenriet (Birkachstr.) aufgestellt, zudem noch in einer Straße ohne Autoverkehr. Müsste das Gerät nicht östlich des Tunnelkamins, nämlich am Rehnenhof (in der Franz-Konrad-Str.) aufgestellt werden, wo die Hauptrichtung der Luftverschmutzung zu erwarten ist? Immerhin werden demnächst in dieser Richtung täglich die Abgase von circa 30 000 Kraftfahrzeugen geblasen (was heute täglich in der Remsstraße passiert). Auch die Aufstellung des Messgerätes an der Buhlturnhalle am Münsterplatz wirft die Frage auf, warum sie an einem Standort positioniert wurde, wo kein Autoverkehr stattfindet. Einen Zusammenhang Tunnelkamin-Luftgüte am Münsterplatz kann ich mir nicht vorstellen. Wäre ein Mess-Standort zum Beispiel vor der Klösterle-Schule oder am Spielplatz an der Olga-Brücke nicht sinnvoller? Oder fürchtet man die Mess-Ergebnisse? Zusammengefasst kritisiere ich den nicht-effektiven Einsatz der Mess-Stationen. Ich bezweifle nicht die Zuverlässigkeit solcher Einrichtungen! Am Ende wird vermutlich kommen, dass „ein Tunnelfilter nicht nötig ist, weil die Grenzwerte nicht erreicht wurden“ und dafür braucht man vermutlich bestimmte Mess-Standorte. Immerhin kostet dieser „Spaß“ 120 000 Euro! Dass ein dritter Mess-Standort in der Remsstraße kommen soll, ist für mich ein kleiner Trost. Sehr bedenklich für mich ist auch, dass die Gmünder Tagespost über diese Gegebenheiten völlig unkritisch berichtet!“
Peter Tobies, Gmünd-Straßdorf
© Schwäbische Post 21.12.2011 19:35
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