„Windkraft- Wildwuchs“

Zum Thema Windkraft bei Täferrot:

„Nun ist es also soweit. Aller Protest der Utzstetter nützt wohl nichts mehr. Ohne die Beteiligung der Ratsmitglieder aus der Ortschaft – diese wurden allesamt für „befangen“ erklärt – wird der Rest-Gemeinderat von Täferrot in der Sitzung am 18. April zwei gemeindeeigene Grundstücke für die Ansiedlung von Windkraftanlagen verpachten. Nachdem beide Flächen deutlich außerhalb der vom Regionalverband definierten 'Suchräume zur Eingrenzung von Vorranggebieten für die Windkraftnutzung' liegen, wirft diese Vorgehensweise doch Fragen auf:

 Geht es hier wirklich um einen Beitrag zur Energiewende, oder werden da einfach zwei saure Wiesen 'versilbert', um die grundsätzlichen strukturellen Probleme der Gemeinde mit zu kaschieren?

 Können die Windräder dort wirklich wirtschaftlich betrieben werden, oder werden hier – weitere – Abschreibungsobjekte erstellt, die Wenigen nützen und deren Lasten die Anwohner 'vor Ort' zu tragen haben?

 Ist allen bewusst, dass das Dorf bald von zwei Seiten von Windrädern umstellt sein wird? Auch im Osten auf Eschacher Gemarkung sind entsprechende Planungen im Gange.

 Ist der sich anbahnende unkoordinierte 'Wildwuchs', also die befürchtete 'Verspargelung' der Landschaft, vom Gesetzgeber tatsächlich so gewollt? Muss nicht rasch nachgebessert werden, damit eine übergeordnete Behörde (Landratsamt, Regionalverband) das 'kunterbunte Treiben' wieder in geordnete Bahnen lenken kann?
Die Utzstetter haben fast auf jedem zweiten Dach Photovoltaik-Anlagen und sich der erneuerbaren Energie damit nicht verschlossen. Es sind aber keine guten Aussichten, wenn die Geräusche der Windmühlen bei entsprechenden Windrichtungen ins Dorf dringen und in der Dämmerung und Dunkelheit ein ständiges wirres rotes Geblinke am Himmel zu sehen ist.“
Manfred Maile, Täferrot-Utzstetten
© Schwäbische Post 12.04.2012 20:30
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