„Arrogante Abqualifizierung“

Zur Ablehnung eines Markungstausches durch Aalen:

Verwundert habe ich gelesen, in welcher Art und Weise im Gemeinderat Aalen über das Angebot der Stadt Oberkochen zum Kauf eines Waldstückes im Anschluss an das Baugebiet Heide diskutiert wurde. Die Diskussion hatte mit sachlicher Argumentation nichts zu tun. Vielmehr war es eine arrogante Abqualifizierung eines größeren Gremiums gegenüber einer kleineren Nachbarstadt.
Was wurden da für Begriffe aus der unteren Schublade bemüht, um das Angebot aus Oberkochen madig zu machen: Die Grundstücke über dem Wasser brauche man nicht, man habe ja schon die Wasserrechte. Da wird dann von Scheinangebot und Scheingefecht geredet und auch von „sittenwidrigem und unanständigen Angebot“ gesprochen. Und auch 2 Millionen Euro sind ja nichts „Werthaftiges“ für 20 Hektar Wald! Das sind 100 000 Euro pro Hektar! Welche Ängste müssen den Ortsvorsteher von Unterkochen plagen, wenn er befürchtet, dass Oberkochen am Ende ganz Unterkochen und Aalen kaufen würde!
Oder ist es nur das Fehlen von Argumenten für einen Gebietstausch? Oder besteht die Meinung, dass Oberkochen sowieso schon viel zu groß sei und keine neuen Bauplätze braucht? Dann ist der Hintergedanke, dass man mit aller Kraft und Macht versucht, die Bauwilligen außerhalb Oberkochens anzusiedeln. Das hat nichts mit guten und fairen nachbarschaftlichen Verhältnissen zu tun.
Dr. Eberhard Irion, Oberkochen
© Schwäbische Post 02.05.2012 20:52
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