„Auf Hinrichtung verzichten“

Zum Artikel: „Hinrichtung im Schlossgraben“.„Ich bin seit Jahren ein begeisterter Besucher des Ellwanger Mittelalter-Spektakels, aber hier finde ich, geht die Darstellung einer Hinrichtung aus dieser Zeitepoche zu weit. Man weiß ja, wie grausam früher mit den Menschen umgegangen wurde und braucht es deswegen nicht noch nachzuspielen. Dies schon im Hinblick auf die vielen kleinen Kinder und auch nicht so nervenstarke Erwachsene, die solche Vorstellungen am Rande ungewollt doch auch mitbekommen. Ellwangen hatte ja in dieser Hinsicht im Mittelalter durch seine Hexenverfolgungen einen sehr schlechten Ruf. Dabei denke ich auch an die vielen unschuldig Getöteten. Bis jetzt waren die Ellwanger Mittelaltertage sehr schön und interessant und sollten es auch bleiben. Den Veranstaltern würde ich empfehlen, diesen Programmpunkt durch eine andere Vorführung zu ersetzen oder fallen zu lassen. Deswegen würde die Authenzität garantiert nicht leiden. Vielleicht ist dies eine Überlegung wert.“
Elisabeth Riek, Ellwangen
© Schwäbische Post 02.05.2012 22:06
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Kommentare

Karin Kratzer-Wirth

Auch eine "Foltershow" ist ja wohl eine abartige Idee. Ich finde den Artikel insgesamt sehr aufschlussreich. Es ist wie bei so vielen Themen, das Klischee wird gepflegt - die geschichtliche Realität will keiner wissen. Es braucht mir doch keiner erzählen, dass die Foltergeräteausstellung gut besucht ist, weil die BesucherInnen so geschichtsinteressiert sind, da geht es doch mal wieder um den reisserischen Effekt, man kann sich so toll gruseln. Das ist für mich ähnlich, wie Gaffer bei Autounfällen, die es hinterher noch toll finden, wenn sie erzählen können, wieviel Tote es gab. Solche Mittelalterfeste sind schön anzusehen, haben aber mit der Realität soviel zu tun, wie die Volksmusiksendungen im Fernsehen mit echter Volksmusik. Alle Jungs sind Ritter alle Mädchen Burgfräulein. Die eigene Herkunft und das Leben unserer Vorfahren - meist in bitterer Armut und Dreck, ausgebeutet und unterdrückt von wechselnden kirchlichen und weltlichen Machthabern - wird verleugnet. Nicht Ellwangen als Stadt hat wegen der Hexenverfolgung einen schlechten Ruf aus dem Mittelalter, nennen Sie das Kind doch beim Namen: die katholische Kirche hat dieses und viele andere Verbrechen begangen.