Leserbeiträge

Zwischen Gestern und Morgen: Traueranzeigen!

  • Auferstehung

Auch Traueranzeigen in unserer Tageszeitung (08.Mai) sind lesenswert und können in eine Vergangenheit führen, die bis heute nachwirkt und die Besitz-, Herrschafts- und Machtverhältnisse spiegeln, die 1919 nur in Teilen abgeschafft wurden. Da stirbt ein Mensch als "Ihre Durchlaucht" und wird folgerichtig von "unserem Herrn Jesus Christus" in die ewige Heimat gerufen. Von Jesus stammt das Gleichnis vom Nadelöhr: Denn es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes komme. Das ist von uns LerserInnen nicht nachprüfbar, jedoch war die "Herrin von Soetern" sicher eine herzensgute Frau und hat für ihre Dienste an der Republik das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der BRD zu Recht erhalten. Aber auch außerhalb einer Geschichts- oder Bibelstunde zeigt die Traueranzeige einer Großfamilie doch auf, daß der Apostel Paulus in seiner Annahme irrte, daß jede (staatliche) Gewalt von Gott eingesetzt ist und daß es bei Gott keinerlei Bevorzugung gibt! Zur Vertiefung empfehle ich "Drei Minuten Gehör!" von Kurt Tucholsky und "Das Reich zerfiel, die Reichen blieben" von B. Engelmann. In der Hoffnung, daß die verstorbene Fürstin sich in einem Himmel ohne Hierarchie und Privilegien angekommen und angenommen fühlt, wünsche ich ihren vielen Nachkommen Gottes Segen mit dem Sprichwort:"Das Wunder jeder Brotvermehrung heißt Teilen!"

© Frieder Kohler 15.05.2012 07:54
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Frieder Kohler

In der ZEIT dieser Woche können Sie lesen "als Untertanen Bürger wurden" und dazu Ihre Erfahrungen mit den Aussagen der Philosophin Susan Neimann zu "Karikaturen der Aufklärung" ( https://www.zeit.de/2018/02/philosophin-susan-neiman-untertan-deutschland/seite-2 ) vergleichen. Schon bei der Seite 1 (https://www.zeit.de/2018/02/philosophin-susan-neiman-untertan-deutschland ) dürfen Sie für sich die Frage beantworten, wer ""Sehnsucht nach neuen Herren" hat !

Sie dürfen hinterfragen, was Frau Rückert (Stellv.Chef) schreibt:

"Frau Rückert:

vor hundert Jahren jagten die Deutschen ihren Kaiser und alle Fürsten davon und legten so das Fundament für einen modernen Staat. In unserer neuen Ausgabe blickt Geschichtsexperte Benedikt Erenz in einem lebendigen und kurzweiligen Bilderbogen zurück auf jene Zeit, in der das moderne Deutschland begann. Die Fürsten sind nun lange vertrieben..."

Davon gejagt? Von Haus und Hof vertrieben? B. Engelmann dreht sich im Grabe um - Sie kennen seine Bücher?