Die Amtskirche sollte barmherziger sein

Der Papst und die Geschiedenen:
Wenn ich jetzt zur Äußerung des Papstes über die geschiedenen Wiederverheirateten Stellung nehme, dann wünsch ich mir eines, dass ich nicht missverstanden werde. Ich möchte das Sakrament der Ehe keineswegs in Frage stellen. Und der Papst kann Scheidungen nicht Tor und Tür öffnen. Tatsache ist aber, dass der Mensch in allen Bereichen des Lebens sündig werden kann, weil wir als schwache Geschöpfe geschaffen wurden. Dies weiß Gott; das beweist die Bemerkung Jesu: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.
Eines jedoch verstehe ich nicht, dass Menschen, die in diesem Bereich gefehlt haben, die Beichte und somit die Absolution und gleichzeitig der Empfang der heiligen Kommunion abgesprochen wird.
Jetzt gebrauche ich ein krasses Beispiel: Ein Mörder kann seine Tat beichten und ihm wird verziehen, wenn er sie bereut. Die Geschiedenen, wieder Verheirateten werden jedoch vom Rebstock Christi abgeschnitten, indem man ihnen die Sakramente entzieht. Wie denn soll ein solcher Christ wieder auf die Beine kommen? Das ist für mich die zentrale Frage.
Ich bin überzeugt , dass unser Gott ein Gott der Liebe und nicht zuletzt ein Gott der Barmherzigkeit ist. Ich bin der Meinung, dass die Barmherzigkeit Gottes unsere menschliche Vorstellungskraft sprengt. Ein bisschen mehr menschliche Barmherzigkeit täte unserer Amtskirche gut. Josef Kurz, Ellwangen
© Schwäbische Post 05.06.2012 20:01
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