Plagiatsaffairen: Jäger oder Wilderer?

Plagiat und Universitäten:
Die eigentlichen Verlierer der Plagiatsaffären sind die Universitäten. Die müssen sich wehren gegen den Eindruck, dass früher ein Doktortitel im Supermarkt erworben werden konnte und dass die Plagiatsjäger besser und gründlicher sind als die Prüfer und Bewerter einer eingereichten Doktorarbeit.
Die Universitäten müssen deutlich machen, das sie unter Gesichtspunkten der Hermeneutik (Lehre vom Verstehen, Deutung, Verstehen) eine Arbeit bearbeiten und bewerten. Die „Jäger“ dagegen vergleichen rein technizistisch (mit entsprechender Software Wort für Wort vergleichen), ohne Textverständnis.
Hat jedoch ein Doktorand mutwillig getäuscht und betrogen, dann gehört er verurteilt, ebenso aber auch die Prüfungskommission.
Der Jäger hegt und pflegt, der Wilderer vernichtet. Es sei mir die Frage erlaubt, sind die Verursacher einer Plagiatsaffäre nun Jäger oder geht es ihnen ums Vernichten? Rudolf Gutzmer, Hüttlingen
© Schwäbische Post 08.02.2013 20:01
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