Profit über Moral

Zum Gemeinderatsbeschluss in Sachen Quandtstraße„Die Toten klagen immer noch an“ so las ich heute in der SchwäPo von Albert Wekemann zum (Abstimmungs-) Thema „Quandtstraße bleibt Quandtstraße“(siehe SchwäPo vom 25.04.13/Ellwangen) Warum die CDU-Fraktion nahezu geschlossen gegen den Antrag stimmen werde, erklärte Rolf Merz: „Die Familie Quandt hat über die Firma Varta nach Kriegsende zahlreiche Arbeitsplätze in Ellwangen geschaffen und beträchtliches Vermögen in ihre Fabrik investiert. Davon hat die Stadt profitiert.“
Wieder einmal siegt Profit über Moral, Ethik und Ehre, wieder einmal gibt es keine „neuen Erkenntnisse“ für die Mehrheit eines politischen Gremiums. Wurde hier nur Unwissenheit demonstriert oder zeigt sich im Hintergrund die Angst vor der Macht einer Familie, die durch das fast intakte Vermögen in der Nachkriegszeit zur wahren Macht- und Herrschaftselite der BRD wurde? Sehr spät wurde geforscht, aber im letzten Jahrzehnt konnte das Schweigen der Familie Quandt (auch mit ihrer Hilfestellung!) aufgebrochen werden: Quandt war ein wichtiger Teil des Nazi-Systems, lesen Sie selbst Rüdiger Jungbluth (Autor der Familienbiografie Die Quandts, Campus Verlag 2002) oder das Buch des Historikers Scholtyseck, z.B. „Der Vorrang des Denkens in Kategorien von Besitzmehrung war so dominant, dass für grundsätzliche Fragen nach Recht und Moral kein Raum blieb“!
Wo bleibt der Aufschrei, die Empörung gegen die Nichtwissen-Heuchler in Ellwangen? Wo bleiben mehr Wekemänner und Schwaben (Danke, Hermann Schwab , Neunheim, für ihre deutlichen Worte vom 27.04. in der SchwäPo)?
Merke: Auch die Quandtstraße führt schnurgerade auf/in die Hitlerstraße! Frieder Kohler, Lauchheim
© Schwäbische Post 06.05.2013 21:57
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Mich2345

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