Bald gehen die Lichter aus

Oberkochen schrumpft:
Das Institut für Demografische Entwicklung hat berichtet, dass in Oberkochen die Einwohnerzahl kontinuierlich sinkt. Wenn eine kleine Stadt 814 Einwohner verliert, zeigt das, dass man in der Vergangenheit viel versäumt hat.
Seit 1974 ist in Oberkochen kein Baugebiet mehr erschlossen worden, kein Wunder, warum viele junge Familien aus Oberkochen weggezogen sind. Wenn die Stadt Oberkochen in der Lage gewesen wäre, jungen Familien und tausenden Pendlern, die in Oberkochen arbeiten, eine neue Heimat zu bieten, hätten wir heute einen Einwohnerüberfluss. Baulücken lösen die Baumisere nicht, es ist nur eine Notmaßnahme und entspricht nicht der Wohnfreiheit, die heute die neue Generation verlangt, außerdem kann man nicht in der Stadt jedes Loch betonieren.
Weniger Familien, weniger Kinder, unsere Schule ist gefährdet. Ein Erlass von der grün-roten Regierung schreibt vor: wenn eine Schule die vorgegebene Schülerzahl nicht erfüllt, wird die Schule zu gemacht. Konsequenz im Notfall: unsere Schulkinder werden in einer Gemeinschaftsschule unterrichtet, die mit wenig Ausnahmen keine Eltern wollen.
Die Baumisere ist nicht an Bürgermeister Traub gelegen, er hat vor Jahren alles versucht, was möglich war. Heidewaldtausch mit Unterkochen, Wolfertstal Baugebiet waren seine Idee, aber leider hatte er für die Realisierung seiner Pläne nicht die nötige Unterstützung. Unterschriften sammeln, Plakate und Protestaktionen gegen die genannten Baugebiete, hilft niemandem. Genau so war es vor Jahren. Dutzende Protestbriefe gegen das neue Industrie-Baugebiet der Firma Zeiss sind geschrieben worden. Wenn Zeiss in Oberkochen nicht gebaut hätte, wäre Oberkochen heute in kleines Dorf. Alfredo Ciavarella, Oberkochen
© Schwäbische Post 03.07.2013 18:34
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