Böller-Blödsinn in Hüttlingen

Heute Nacht, Punkt 24:00:01 Uhr, war es wieder soweit. Eine Mitbürgerin oder ein Mitbürger hat die 50 Lenze erreicht. Dies wurde über den Kreis der Mitfeiernden hinaus durch Böllerschüsse der gesamten Gemeinde Hüttlingen kundgetan. Dies ist zwar grundsätzlich löblich und stärkt die bürgerliche Solidarität, unterliegt aber gleich mehreren Denkfehlern, die ich hier zu korrigieren versuche:
Denkfehler 1: Die Jubilarin/der Jubilar geht davon aus, dass es die nicht am Fest teilnehmenden, und ihr/ihm persönlich nicht bekannten Menschen interessiert, dass sie/er ab sofort 50 Jahre zählt. Hierzu sei angemerkt, dass dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht der Fall ist. Schon gar nicht mitten in der Nacht.
Denkfehler 2: Angenommen, die durch die Böller adressierten Personen hegen tatsächlich ein reges Interesse an solchen Jubiläen und haben womöglich für den Fall der Fälle immer ein Fläschchen Schampus neben dem Bett stehen. Nur, auf wen sollen denn nun die Gläser erhoben und wem sollen gedanklich die besten Wünsche zum Wiegenfeste übermittelt werden? Man wurde ja vorab nicht informiert.
Man sieht, auch einfacher gestrickte Gemüter sollten die Sinnlosigkeit dieser Jubelböller erkennen. Hier nun die Lösung des Problems: Die Jubilarin/der Jubilar tut seiner Freude durch lautstarke Fürze kund. Für jede Dekade, oder je nach Flatulenzausprägung, für jedes Jahr einen. Eine dem abendlichen Festschmaus großzügige Beimengung von Hülsenfrüchten hat sich als zielführend erwiesen. Dies nun erleichtert die Jubilarin / den Jubilar und belästigt außer den Anwesenden niemand. Dietmar Deeg,
Hüttlingen
© Schwäbische Post 18.09.2013 21:19
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