Hier schreibt der KC Schwabsberg 1953 e.V.

Schwabsberger Weihnachtsmärchen: Mit Weltrekord in die Winterpause

  • LiBi efa: Ein Bild das Bände spricht. Schwabsbergs Kegler nach ihrem großartigen (inoffiziellen) Weltrekord am 10. Spieltag der 1. Kegler-Bundesliga in Straubing (v.l.n.r. Damir Cekovic´, Timo Hehl, Alexander Stephan, Ronny Endraß, Reiner Buschow, Mathias „Matze“ Dirnberger und Fabian Seitz)

Kegeln, 1. Bundesliga Männer:

Fabian Seitz knackt mit 709 Kegeln die deutsche Rekordmarke

Schwabsbergs Kegler verzauberten mit der Weltklasseleistung von 4047 Kegeln die Zuschauer im niederbayerischen Straubing und verabschiedeten mit einem neuen, allerdings inoffiziellen, Weltrekord in die Winterpause.

Da Weltrekorde durch den internationalen Kegelverband FIQ nur anlässlich von internationalen Meisterschaften anerkannt werden, bleibt Schwabsberg formell zwar die Anerkennung versagt, nicht jedoch der Respekt vor dieser großartigen Leistung.
Offizieller Rekordhalter ist die ungarische Nationalmannschaft, die im vergangenen Jahr in Zalaegerszeg/Ungarn 4012 Kegel zu Fall brachte.
Immerhin, die deutsche Rekordmarke für Clubmannschaften von bislang 3967 Kegeln, erzielt vom Abonnementmeister SKV RW Zerbst 1999 (2012), wurde von den Ostwürttembergern ebenfalls noch einmal deutlich nach oben geschraubt. Dem nicht genug schnappte sich Schwabsbergs A-Nationalspieler Fabian Seitz, in absoluter Weltklassemanier kegelnd, mit seinen 709 Kegeln auch noch den deutschen Einzelrekord (702 Kegel).
Obwohl die Gastgeber von Aufwärts Donauperle Straubing mit 3810 Kegeln mächtig dagegen hielten, standen sie der in dieser Höhe sicherlich nicht erwarteten Darbietung der Ostwürttemberger machtlos gegenüber. Die verbuchten mit dem auch in dieser Höhe verdienten 7 : 1 beide Punkte und überwintern nun auf dem zweiten Tabellenplatz, dichtauf gefolgt vom punktgleichen FEB Amberg.
Der Pechvogels des Spiels war Mathias Dirnberger. Trotz herausragender 675 Kegel verlor er als einziger Schwabsberger seinen Punkt. Den holte sich Straubings Cosmin Cracium, der nach einer 196’iger Startbahn in der Endabrechnung mit 688 Kegeln und 3 : 1 Satzpunkten die Nase vorn hatte.

Mit einer bemerkenswerten Leistung, gegen die in des Wortes wahrster Bedeutung „kein Kräutlein gewachsen war“, setzte sich Schwabsberg in einem Match, in dem mit großen Zahlen nicht gerade gegeizt wurde, unerwartet glatt bei den Gäubodenkeglern im niederbayerischen Straubing durch.
Wieder einmal, wie so oft in den letzten Wochen, präsentierten sich die Kegler von der Ostalb in bester Spiellaune und beeindruckten durch eine perfekte Darbietung. Eine Leistung von der auch der Straubinger Anhang begeistert war und am Ende neidlos den Hut zog. Wann erlebt man es schon einmal hautnah mit, wenn ein Weltrekord, wenn auch „nur“ ein inoffizieller, gespielt wird. 4047 Kegel brachten die Württemberger zu Fall, im Schnitt 674. Das Spektrum der Leistungen reichte von 660 Kegeln (Reiner Buschow) bis 709 Kegeln, neuer deutscher Rekord durch Fabian Seitz. Eine kompakte Mannschaftsleistung auf allerhöchstem Niveau dazu noch ein überragender Einzelkönner, das war der richtige Lösungsansatz im Gleichungssystem: Aufwärts Donauperle Straubing = KC Schwabsberg?
Eine Gleichung die zunächst gleich mehrere Unbekannte beinhaltet hatte.
Dass auf der neuen überaus schlagfreudigen Straubinger Anlage hohe Zahlen gespielt werden können, ist alles andere als ein Geheimnis. Die Leistung der Ostwürttemberger schmälert dieser Umstand indes keineswegs, denn ein Ergebnis, wie dieses gilt es auch dort erst einmal zu spielen. Taschenspieltricks helfen da wenig. Da muss man dann schon richtig anfangen zu zaubern.

Ein perfekter Start
Rupert Atzberger und Radek Hejhal (Heimschnitt 660 Kegel) sollten es im Startpaar gegen die Schwabsberger Reiner Buschow und Alexander Stephan richten. Das war der Plan.
Anfänglich hatte es auch den Anschein, als ob der Straubinger Atzberger, der mit mächtigen Würfen die Partie eröffnete, dem Schwabsberger Kapitän Probleme bereiten könnte. Nach einer ruppigen Startbahn ließ der aber nichts mehr anbrennen und machte drei Satzpunkte in Folge. Interessant die letzte Bahn des Wahl-Schwabsbergers. Nach sehr mäßigen 89 Kegeln in die Vollen besann der sich plötzlich seiner wahren Fähigkeiten und legte noch einmal alles überragende 89 Kegel ins Räumen nach. 3 : 1 Gewinnsätze, herausragende 660 : 592 Kegel, ein Mannschaftspunkt für Schwabsberg alles in allem eine blitzsaubere Bilanz.
Alexander Stephan löste seine Aufgabe gegen den vermeintlich gefährlichsten Straubinger, Radek Hejhal, mit 671 : 592 Kegeln (neue persönliche Bestleistung) und 4 : 0 Gewinnsätzen sogar noch besser. Dabei spielte ihm in die Hände, dass der Tscheche ausnahmsweise einen richtig rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Auf der zweiten Bahn ließ der sich dann gegen seinen Landsmann Robin Parkan auswechseln. Parkan brachte im zweiten Spielabschnitt mit starken 325 Kegeln noch einmal Leben ins Straubinger Spiel, musste aber dennoch den gewaltigen Würfen des Schwabsbergers, der 342 Kegel dagegensetzte, den erforderlichen Tribut zollen.
Zwischenstand erstes Spieldrittel:
0 : 2 Mannschaftspunkte bei 1184 : 1331 Kegeln für den KC Schwabsberg.

Pechvogel Dirnberger
Ein packendes Duell lieferten sich Mathias Dirnberger und Cosmin Craciun. Der rumänische Weltklassekegler musste dabei schon sein ganzes Können aufbieten, um am Ende mit 688 Kegeln die Nasenspitze vor zu haben. Dabei verfehlte er seine persönliche Bestmarke gerade Mal um einen Kegel.
Den schlagenden Beweis seines Könnens lieferte der Rumäne auf der Startbahn ab, wo er alles überragende 196 (116-80-0) Kegel vorlegte. Davon unbeeindruckt hielt der Schwabsberger, der seinen Rückstand auf der zweiten Bahn wieder egalisieren konnte, permanent Tuchfühlung und verbesserte so seine persönliche Bestleistung auf herausragende 675 Kegel.
Jens Weinmann, Ex-Schwabsberger in Diensten der Straubinger, lieferte sich mit Timo Hehl ein packendes Duell bei dem die Führungen jeweils von Satz zu Satz wechselten. Am Ende lag der kleine Schwabsberger nach einem nahezu fehlerlosen Auftritt in Front. Die Entscheidung zwischen den Beiden fiel endgültig erst mit den letzten Würfen. In dieser Phase des Spiels erwies sich der Schwabsberger als nervenstärker und baute mit gekonnten Räumwürfen seinen knappen zwei-Kegel-Vorsprung Wurf um Wurf weiter aus. Bei Satzgleichstand ging dieser vorentscheidende Punkt auf Grund des höheren Wurfergebnisses (neue persönliche Bestleistung) mit 663 : 653 Kegeln an Schwabsberg
Zwischenstand zweites Spieldrittel:
1 : 3 Mannschaftspunkte bei 2525 : 2669 Kegeln für den KC Schwabsberg.

Überragende Einzelleistung durch Fabian Seitz
Fabian Seitz zog gegen den Straubinger Jiri Nemec wirklich alle Register seines Könnens. Mental und körperlich in Topform lieferte er eine Demonstration seiner Extraklasse. Was es da zu sehen gab lässt sich begrifflich nur mit „absolute Weltklasse“ umschreiben: 709 Kegel (168-179-193-169 - 420/289/0), neue persönliche Bestleistung, neuer deutscher Rekord, weitere Kommentare überflüssig.
Eine überaus sportliche Geste am Rande, der bisherige Rekordinhaber Torsten Reiser, vom Meister Zerbst, gratulierte dem neuen Rekordhalter stante pede, zu seinem tollen Erfolg.
Schade nur, dass angesichts dieser Zahlen die Leistung seines Gegenspielers Jiri Nemec der mit 656 Kegeln ganz famos kegelte, etwas zu kurz kam.
Damir Cekovic lag bei Halbzeit mit 314 : 333 Kegeln bereits 0 : 2 gegen den Straubinger Manuel Lallinger im Rückstand. Nach einem Löschlauf von Grund auf neu programmiert drehte der Schwabsberger auf den beiden Schlussbahnen mit
355 : 296 das Spiel dann doch noch zu seinen Gunsten. Dabei erwies er sich erneut als kongenialer Partner von Fabian Seitz. Als die Beiden in einem Räumen zeitgleich jeweils drei Handneuner in Folge auflegen, brachen in der Straubinger Kegelhalle alle Dämme. Neue persönliche Bestleistung des Schwabsbergers mit 669 : 629 Kegeln (2 : 2 Satzpunkte).
Endstand: 1 : 7 Gesamtpunkte bei 3810 : 4047 Kegeln für den KC Schwabsberg.

Stimmen zum Spiel – Kapitän Reiner Buschow:
„Ein großartiges Spiel und das nicht nur von unserer Seite. Straubing muss man für diese Leistung Respekt zollen. An den 3810 Kegeln hätten wir an jedem anderen Tag echt zu kauen gehabt. Dass wir heute Weltrekord spielen, wenn auch nur einen inoffiziellen, das hätte ich im Leben nicht gedacht. Wir haben seit Wochen einen Lauf, das allein reicht aber für ein solches Ergebnis nicht aus.
Jetzt werden wir uns erst einmal zwei Tage richtig freuen und dann muss dieses Ergebnis raus aus den Köpfen. Wenn wir am Samstag im Pokal erneut in Straubing antreten müssen, stehen wir vor einer neuen und schwierigen Aufgabe, der wir uns erneut stellen müssen. Dazu brauchen wir wieder Bodenhaftung. Das heutige Ergebnis hilft uns da nicht zwingend weiter.“

 

Blickpunkt Bundesliga – 10. Spieltag

TSV 90 Zwickau - SKV Rot Weiß Zerbst 1999 1,0 : 7,0
SKC Victoria Bamberg - SKC Nibelungen Lorsch 7,0 : 1,0
Donauperle Straubing - KC Schwabsberg 1,0 : 7,0
EKC Lonsee - SKK-FEB Amberg 1,0 : 7,0
SKC Blau Weiß Peiting - SKC Staffelstein 5,0 : 3,0
SKC Blau Weiß Peiting - SKV Rot Weiß Zerbst 1999 1,0 : 7,0

1 SKV RW Zerbst 1999 11 71,0 : 17,0 20 : 2
2 KC Schwabsberg 10 48,0 : 32,0 14 : 6
3 SKK-FEB Amberg 10 47,0 : 33,0 14 : 6
4 SKC Victoria Bamberg 10 52,0 : 28,0 13 : 7
5 SKC Staffelstein 10 42,0 : 38,0 11 : 9
6 SKC Nibelungen Lorsch 10 41,0 : 39,0 11 : 9
7 Donauperle Straubing 10 37,0 : 43,0 8 : 12
8 TSV 90 Zwickau 11 37,0 : 51,0 7 : 15
9 SKC Blau Weiß Peiting 12 30,0 : 66,0 6 : 18
10 EKC Lonsee 10 11,0 : 69,0 0 : 20

Donauperle Straubing 1 : 7 KC Schwabsberg
Name Kegel SP MaP MaP SP Kegel Name
Rupert Atzberger 592 1 1,0 3 660 Reiner Buschow
Radek Hejhal/R. Parkan 592 0 1,0 4 671 Alexander Stephan
Cosmin Craciun 688 3 1,0 1 675 Mathias Dirnberger
Jens Weinmann 653 2 1,0 2 663 Timo Hehl
Jiri Nemec 656 1 1,0 3 709 Fabian Seitz
Manuel Lallinger 629 2 1,0 2 669 Damir Cekovic
3810 9,0 2,0 15,0 4047

 

© KC Schwabsberg 1953 e.V. 15.12.2014 22:08
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