"Bewusst Ängste geschürt"

Reaktion auf den Leserbrief von Manfred Schramm am Dienstag, 30. März, in der GMÜNDER TAGESPOST zum Ortschaftsrat Waldhausen:
"Meine öffentlichen Äußerungen über die Unterschriftenaktion der SPD zur Einberufung einer Bürgerversammlung in Waldhausen wurde von Ihnen, Herr Schramm, als Ohrfeige empfunden. Als Kommunalpolitikerin stehe ich dafür, Wahrheiten klar im Gemeinderat anzusprechen. Die von der SPD gestartete Umfrageaktion ließ für mich deutlich erkennen, dass es um eigene Interessen statt um Aufklärung ging. Dies wurde mir bestätigt von vielen alten Waldhäusern, mit denen ich sehr verbunden bin. 22 Jahre habe ich in Waldhausen unterrichtet und pflege dort viele Kontakte und Freundschaften. Ich lebe in Lorch, daher habe ich mich immer darüber gefreut, in meiner Heimatstadt Unterricht geben zu dürfen, und Waldhausen, Rattenharz und Weitmars gehören für mich untrennbar dazu.
Nun wurden durch die Art und Weise der SPD-Aktivitäten bewusst Ängste geschürt, die einen Keil zwischen Waldhausen und Lorch treiben. Das finde ich selbst in Wahlkampfzeiten unangemessen. Tatsache ist doch:
1. Der Ortschaftsrat von Waldhausen hat lediglich beratende Funktion und kann in dieser Eigenschaft auch nicht über unechte Teilortswahlen entscheiden.
2. Jede Fraktion hat ein unbedingtes Interesse, für den Gemeinderat Kandidaten aller Teilorte aufzustellen, denn nur so wird Bürgernähe hergestellt.
3. Der Erhalt der Anlaufstelle Rathaus Waldhausen wird über die Hauptsatzung der Stadt Lorch gesichert. Der Ortschaftsrat soll aufgelöst werden, darüber soll entschieden werden. Warum wurden unsinnige Botschaften mit der Umfrage vermittelt, die wie ein Lauffeuer herum gegangen sind? Das war mein Vorwurf an Herrn Voigt. Die Fraktionsarbeit umfasst auch die Belange der Ortschaften und verändert sich durch die Auflösung nicht. Die Ziele bleiben doch gleich, lediglich der Weg verkürzt sich. Jegliche Schwarzmalereien, dass infolge der Abschaffung des Ortschaftsrats beispielsweise auch der dortige Rathausbetrieb geopfert werden könnte, sind spekulativ und für mich haltlos. Kommunalpolitik, wie ich sie verstehe, lebt von verbindlichen Aussagen und dem Vertrauen darauf. Schließlich ist es meine Aufgabe, als Gemeinderätin für die Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger der Gesamtstadt Lorch einzutreten. Ethik und Moral sind dabei unverzichtbare Grundsätze. Gegenseitige Achtung und Verlässlichkeit sind der Schlüssel meiner Arbeit, und das wird seit 1989 von den Wählerinnen und Wählern anerkannt. Zukunftsängste auszulösen und sich dann auch noch zu entrüsten, weil ich dem entgegentrete, halte ich deshalb schlichtweg für falsch."
Erika Hanko,
Mitglied des Gemeinderats
der Stadt Lorch
© Schwäbische Post 02.04.2004 00:00
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