Hier schreibt die Kolpingsfamilie Aalen

24. Hilfsgütertransport nach Mogiljow erfolgreich beendet

  • Das Team vor der Abfahrt
  • Übergabe eins Ultraschallgerätes an das Krankenhaus
  • Bei den Kinderinvaliden

Auch 27 Jahre nach der Tschernobyl – Katastrophe ist die Hilfe aus Aalen willkommen und notwendig.

Damals wurde fast ein Viertel des Territoriums der Republik Belarus durch den „Fallout“ verseucht. Etwa ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche ging verloren. Nach offiziellen Angaben gibt das Land noch immer täglich etwa 1 Mio. USD für die Überwindung der Katastrophenfolge aus. Die unentgeltliche humanitäre Hilfe von Wohlfahrtsorganisationen und Privatpersonen werden auf jährlich etwa 50 Mio. USD beziffert.

Die Aalener Aktion steuerte zu dieser Hilfe in diesem Jahr Hilfsgüter im Wert von etwa 130 000 € bei. 22,5 to Hilfsgüter fanden den Weg auf 2 Sattelzügen nach Mogiljow. Erneut wurde die Geduld der Helfer um den Transportleiter Hans-Peter Huber bei der Einreise nach Belarus auf die Probe gestellt. Alles in allem dauerte der Grenzdurchlauf von Polen nach Belarus ca. 16 Stunden. Neu in diesem Jahr war auch die Mautpflicht für die LkW und das Begleitfahrzeug. Dafür fand die Aalener Gruppe eine nun durchgehende Autobahn bis Mogiljow vor. Die begünstigten Organisationen dort waren wie in den Vorjahren der Verein der Kinderinvaliden, der Verein der Rollstühler, der Verein der Gehörlosen sowie das städtische Krankenhaus für Notfallhilfe. Abgerundet wurde die Hilfsaktion durch Direkthilfe in verschiedenen Familien. Ebenso wurde wieder „PKU – Nahrung“ für Kinder, die an Eiweißunverträglichkeit leiden, verteilt. Ein besonderer Höhepunkt war die Lieferung eines neuen mobilen Ultraschallgerätes sowie von 3 Defibrillatoren an das Krankenhaus.

Dass die Hilfe weiterhin notwendig ist, ergibt sich auch aus der wirtschaftlichen Situation der Republik, die mit einer Inflationsrate von ca. 20% zu kämpfen hat. Dies macht insbesondere benachteiligten Familien und den Alleinerziehenden schwer zu schaffen. Umso unverständlicher war deshalb die Reaktion eines Zöllners, der das Abladen überwachte. Anfänglich kontrollierte er nur stichprobenartig die Pakete auf den Inhalt, später aber öffnete er fast jedes Paket, was das Abladen stark beeinträchtigte.

Trotz allem war aber die sehr herzliche Aufnahme der Helfer in den Organisationen ein schöner Ausgleich für die Strapazen der Reise. Die inzwischen entstandenen Freundschaften zwischen einigen Helfern und den belarussischen Partnern konnten erneut vertieft werden.

An dieser Stelle soll auch ein Dank an alle, die mit Waren- oder Geldspenden den Hilfsgütertransport ermöglicht haben, gerichtet werden.

© Kolpingsfamilie Aalen 11.11.2013 19:35
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