Hier schreibt der Böhmerwaldbund Aalen

27. Bundestreffen der Böhmerwäldler in Passau

  • Die Sing- und Spielscharen beim großen Brauchtumsabend in der Dreiländerhalle
  • Staatsministerin Christine Haderthauer besucht den Ausstellungsstand der Heimatgruppe Aalen
  • Die Trachtenträger der Heimatgruppe Aalen

Einige Hundert Besucher aus Deutschland, Österreich, Tschechien und Kanada haben das Bundestreffen der Böhmerwäldler in Passau miteinander gefeiert. Mit dabei waren über 30 Teilnehmer der Heimatgruppen Aalen und Bopfingen, die für drei Tage nach Passau gereist waren.

Die Festrednerin bei der Kundgebung am Sonntag war die Staatsministerin Christine Haderthauer, die das Engagement der Heimatvertriebenen für das Gemeinwesen würdigte. Die Böhmerwäldler stärkten ihren Zusammenhalt durch die gemeinsame Pflege von Tradition und Kultur. Sie betonte die gelungene Intergration der Vertriebenen, die sich weder in eine innere Emigration zurückgezogen hätten, noch radikalisierten sie sich. Sie krempelten vielmehr die Ärmel hoch und bauten neue Existenzen auf. Als Brückenbauer für das Zusammenwachsen Europas seien sie den Weg von Dialog, Verständnis und Begegnung gegangen. Die Ministerin Haderthauer forderte die Abschaffung der Benesch-Dekrete, sie widersprächen den Menschenrechten und passten nicht in ein modernes Europa. Sie hob den Einsatz Bayerns für ein Sudetendeutsches Museum hervor denn das Thema Flucht und Vertreibung gehe jeden an in der Gesellschaft, nicht nur die Erlebnisgeneration. Bürgermeister Dupper betonte als Schirmherr der Veranstaltung dass es seit 1961, seit Passau die Patenschaft für die Böhmerwäldler übernahm, immer freundschaftliche Begegnungen gab. Die Wurzeln der Patenschaft seien auch in den über 1000 Jahren währenden Beziehungen, die es zwischen der Salzhandelsstadt Passau und den von Passau aus besiedelten Gebieten im Nordwald gab. Von Passau aus führten auch die goldenen Steige nach Böhmen. Seit 1954 gebe es zudem das Böhmerwaldmuseum, das gut in Passau aufgehoben sei und zum Oberhaus-Museum gehöre. Bundesvorsitzender Ingo Hans hob hervor, dass Passau für die Böhmerwäldler, die durch die Vertreibung weit verstreut leben, der geistige und kulturelle Mittelpunkt sei. Die Erinnerung an die Vertreibung sei wichtig, da sie ein Teil der Geschichte ist. Mit Bestürzung verfolgten auch die Böhmerwäldler die Bilder von der Hochwasser-Katastrophe. Durch verschiedene Aktionen konnten der Stadt Passau bisher bereits mehrere tausend Euro als Soforthilfe zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Höhepunkte waren am Samstag der Trachtenfestzug durch die Passauer Innenstadt hinauf zum Dom, nach der Kranzniederlegung die Andacht im Dom sowie am Abend der große Brauchtumsabend unter dem Motto „Feste und Bräuche im Jahreslauf“ bei dem die Sing- und Spielscharen der Böhmerwaldjugend Volkstänze und Liedern im Wechsel mit Gedichten präsentierten. Am Sonntag ging der Kundgebung ein Festgottesdienst mit Monsignore Karl Wuchterl, Vorsitzender des sudetendeutschen Priesterwerkes, voraus, zu dem die Waldlermesse von der Sing- und Spielschar München gesungen wurde. „Es war eine heiße aber wieder eine gelungene Fahrt zum Bundestreffen!“ so die Meinung aller Teilnehmer aus Aalen an der Dreitagesfahrt nach Passau zum Bundestreffen der Böhmerwäldler.

© Böhmerwaldbund Aalen 30.07.2013 20:51
5282 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.