Hier schreibt der Katholische Frauenbund Aalen

„Achtsam leben - achtsam handeln“

Der Katholische Frauenbund Aalen hatte zum diesjährigen Begegnungstag für Frauen aus Stadt und Land eingeladen. Nach einem Gottesdienst konnte die Vorsitzende Ulrike Rix am Mittwochvormittag über 70 Gäste im Gemeindehaus St. Maria begrüßen und freute sich mit der Referentin über das große Interesse.

Generaloberin Schwester Veronika Mätzler vom Mutterhaus der St. Anna-Schwestern in Ellwangen hatte sich zur Freude aller Anwesenden bereiterklärt, einen Vortrag über das obige Thema zu halten.

„Was heißt Achtsamkeit“, fragte Sr. Veronika die aufmerksamen Zuhörer. In einer Welt, die immer schnelllebiger wird und in einer Zeit, die nur so dahinfliegt, wo hat die Achtsamkeit da noch Platz? Wo ist die Wahrnehmung des Menschen für sich selbst und für den Nächsten? Achtsam leben heißt: Innehalten, stille werden, sich selber zu öffnen und sich auch Neuem hinzugeben, also: Neu zu sein und neu zu werden. Aber sich auch zu hinterfragen, was ist mir wichtig, was muss ich verändern, dass ich lebe und nicht gelebt werde.

Mein Leben vor Gott auszubreiten ist nichts anderes als beten. Ein spiritueller Mensch ist achtsam, wachsam und bedachtsam.

Wer gegenwärtig und achtsam lebt, ist offen für Störungen. Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, der bedeutendste Mensch ist immer der, der dir gerade gegenüber steht und das notwendigste Werk ist immer die Liebe. Aber auch das Erkennen des Wesentlichen ist achtsam. Man sieht nur mit dem Herzen gut- der Spruch von Antoine de Saint-Exupéry bringt es auf den Punkt: wahrnehmen was sich hinter der Fassade verbirgt oder den weichen versteckten Kern in der oft harten Schale zu entdecken – das ist die Herausforderung eines achtsamen Lebens.

Sr. Veronika empfahl den Zuhörern, jeden Tag am Abend eine viertel Stunde Zeit für einen Tagesrückblick zu nehmen. Was war gut – was war nicht so gut. Und so in aller Stille den Tag nochmals auf sich wirken lassen.

„Unser Leben ist auf 70 Jahre ausgelegt, vielleicht auch bis 80, was danach kommt ist Zugabe. Aber eigentlich ist jeder Tag Gottes eine Zugabe. Ich wünsche Ihnen bis zu ihrem letzten Atemzug achtsam, wachsam und bedachtsam zu leben“.

Mit diesen Worten beendete Sr. Veronika ihren beeindruckenden Vortrag. Mit herzlichem und lang anhaltendem Applaus bedankten sich die aufmerksamen Zuhörerinnen.

© Katholischer Frauenbund Aalen 21.01.2015 20:13
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