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Düfte der Antike

Die Vorsitzende Ulrike Rix begrüßte am 12. November 2014 im Gemeindehaus St. Maria 36 Gäste zum Kaffeemittag. Als Gastredner war Frau Ermelinde Wudy, Museumspädagogin im Limesmuseum Aalen mit ihrer Assistentin Charlotte Theiss eingeladen.
Nach kurzer Zeit war jedem schon klar, Frau Wudy ist eine äußerst kompetente und mit fachlich schier unerschöpflichem Wissen ausgestattete Kennerin auf ihrem Gebiet. Einleitend über das Leben der Römer an sich, das Römerkastell, die verschiedenen Götter und deren Bedeutung kam Frau Wudy zum Thema des Nachmittags: „Düfte der Antike“.

Duft kann man mit vielerlei verbinden, wie mit Essen, Kosmetik und Körperhygiene.
„Warum spielt ’Duft’ in der Antike so eine große Rolle?“ Nun, in der Antike kannte man noch kein Abwassersystem wie heute. Gestank, Fäkalien, dreckiger Abfall war in den Straßen allgegenwärtig. Nur Urin war wertvoll, er wurde gesammelt, da die Gerber ihn als Werkstoff brauchten. Die Leute sehnten sich nach angenehmen Gerüchen wie den der Zistrose und nur der Adel konnte sich Weihrauch und ähnliches leisten. Weihrauch und Myrhhe waren auch Heilmittel in der Antike. Die Körperreinigung wurde nicht mit Seife durchgeführt sondern mit einer angerührten Salbe, die aufgetragen und mit einem Spatel abgeschabt wurde. Die beliebteste Salbe der Antike war die Rosensalbe, bestehend aus Rinderfett, mit Mandelöl und Jojobaöl gemischt, mit Rosenwasser verdünnt und mit Rosenöl verfeinert. Aber auch die Safransalbe erfreute sich großer Beliebtheit. Und so wurde von Frau Wudy schnell noch die eine oder andere Salbe gemixt, in die Döschen gerochen und auf die Haut gerieben. Doch zu jeder Salbe gehört auch ein Gefäß. Verschiedene Gläser und Flakons waren schon vor uns aufgebaut. Und so lernten wir, dass Alabasterglas als Glasersatz diente, Pressgläser sehr stabil waren, dass Specksteingefäße die Farbe des Inhalts annehmen und Römerflakons zart, fein und mit Goldfäden verziert waren. Das billigste Gefäß war aus Ton und wurde meistens bei Begräbnissen verwendet.
Die Römer waren nicht die ersten, die ihr Heil in Räucherungen suchten. Frau Wudy informierte uns an diesem Mittag noch über das Räuchern mit Weihrauch, Myrhhe, Styrax und Mastix, dem Baumharz, das die Römer „Die Träne der Götter“ nannten.
Viel zu schnell ging die Zeit vorbei und wir hätten noch stundenlang den Worten lauschen können. Herzlicher Applaus belohnte die exzellente Expertin der römischen Antike und wer noch viel mehr wissen möchte: Gehen Sie einfach mal ins Limesmuseum. Es lohnt sich!

© Katholischer Frauenbund Aalen 18.11.2014 09:17
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