Hier schreibt der Schwäbische Albverein OG Aalen

Erster Mundartabend ein voller Erfolg

Mit soviel Zuspruch hatten die Veranstalter nicht gerechnet. Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung gab es im Café Rosmarie fast keinen freien Platz mehr. Und als Monika Hartmann zur Gitarre griff, war kaum noch ein Durchkommen.
„Ich würde sagen: Experiment geglückt!“ über die hervorragende Resonanz bei diesem ersten Mundartabend freute sich Moderatorin Ute Hommel vom Albverein, die durch das Programm führte.. Das Programm konnte sich aber auch sehen und hören lassen.
Irmgard Benz zeigte einige Verbindungen des Schwäbischen mit der französischen Sprache auf. Mit großer Erheiterung erkannten die Zuhörer vertraute „schwäbische“ Wörter als ursprünglich französisch wieder. Das Gedicht vom Heiligen Nepomuk beleuchtete nicht nur dessen Aufgaben als Brückenheiliger, sondern auch die Rivalitäten zwischen dem (katholischen) Rottenburg und dem (evangelischen) Tübingen. Ein besonderes Anliegen war Irmgard Benz der Vortrag eines Gedichts ihrer Mutter Hedwig Wahl über die, wie sie fand, breite hiesige Aussprache, von der Schubart als „donnernde Mundart“ sprach. Für große Heiterkeit sorgte schließlich das Gedicht über das schwäbische Allerweltswort „ebbes“, das sich wahrhaftig universell einsetzen lässt.
Für viel Lokalkolorit sorgte die Märchenerzählerin Ingrid Raschka mit ihren Märchen, die sie gekonnt an die Örtlichkeiten anpasste. So bekommen die beiden Taschendiebe nach erfolgreichen Raubzügen in Schwäbisch Gmünd und einem Ortswechsel nach Aalen ein Kind mit einer seltsamen Behinderung. Später stellt sich heraus, dass der hoffnungsvolle Sprössling den Ehering der Hebamme in der kleinen Hand hält. Ein knitzer Schwabe begleitet den lieben Gott auf einer seiner Wanderungen, isst verbotenerweise das Leberlein eines Schafes und will es partout nicht zugeben. Aber der liebe Gott wäre nicht allwissend und packt den Schwaben bei seiner herausragenden Eigenschaft, dem Geiz.
Mit ihrem schier unerschöpflichen Repertoire an Liedern verstand es Monika Hartmann, hervorragend, die Stimmung und den Inhalt der vorgetragenen Texte aufzugreifen und die Zuhörer zum Mitsingen zu animieren. Das stimmungsvolle Lied von Matthias Claudius „Der Mond ist aufgegangen“ im Anschluss an zwei Märchen vom Mond beendete einen rundum gelungenen Abend, der mit Sicherheit eine Fortsetzung erfährt.

 

© Schwäbischer Albverein OG Aalen 17.11.2018 10:17
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