Hier schreibt der Stadt-Seniorenrat Aalen

Landes-Seniorenrat: Ruiter Erklärungen

70 Vertreterinnen und Vertreter von Kreisseniorenräten und des Landesseniorenrats haben am 19. April 2016 die Ruiter Erklärung I - 2016 und Ruiter Erklärung II - 2016 verabschiedet:

 

Ruiter Erklärung I - 2016


Ressortübergreifende Demografie-Strategie des Landes und Demografie-Beauftragter gefordert

 

Auf Bundesebene gibt es seit 2012 eine Demografie-Strategie. Der LSR fordert, dass sich die neue Landesregierung von Baden-Württemberg konsequent des demografischen Wandels annimmt, ein ressortübergreifendes Strategiekonzept auf den Weg bringt sowie eine/n Demografie-Beauftragte/n beruft.

Gesellschaftspolitische Zielvorstellung im Hinblick auf den demografischen Wandel muss sein, Menschen so lange wie möglich ein selbst bestimmtes Leben zu Hause bzw. in alternativen Wohnformen zu ermöglichen – auch wenn die Menschen schon beeinträchtigt sind. Es ist notwendig, über diese Zielvorstellung und über die sich daraus ergebenden Konsequenzen einen gesellschaftlichen Konsens zu erreichen.

Deshalb ist es in erster Linie Aufgabe der Landesregierung von Baden-Württemberg, für förderliche Rahmenbedingungen zu sorgen.

Insbesondere die Kommunen sind aufgefordert, sich dem demografischen Wandel zu stellen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Dies geht von der Verkehrsplanung, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, über Wohn- und Gebäudeoptimierung, Bewegungsangebote und über Hilfen, die zu organisieren sind, damit Bürgerinnen und Bürger das tägliche Leben praktisch meistern können. Das medizinisch-pflegerische Angebot vor Ort gehört genauso dazu wie die Sicherung des Einkaufs des täglichen Bedarfs und der Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen. Ehrenamtliche Strukturen sind dafür unerlässlich. Das Positive ist, es gibt ein großes Potenzial an ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger, das sogar weiter ausgebaut und gefördert werden kann.

Die Berufung eines/einer Demografie-Beauftragten durch die Landesregierung könnte der Entwicklung Schubkraft verleihen.

 

Ruiter Erklärung II - 2016

Förderung des Ehrenamtes

Baden-Württemberg kann, wie kein anderes Bundesland, auf ein langjähriges erfolgreiches bürgerschaftliches Engagement zurückblicken. Zur positiven Gestaltung des demografischen Wandels ist das Engagement der Bürgerinnen und Bürger unverzichtbar. Viele ältere Menschen sind bereit, ihre Kompetenzen und Erfahrungen für das Gemeinwohl einzusetzen. Dies verpflichtet das Land zur Fortsetzung einer konsequenten Förderung des ehrenamtlichen Engagements auf allen Ebenen.

Der LSR fordert die politisch Verantwortlichen im Land, in den Kommunen und Landkreisen auf, das ehrenamtliche Engagement insbesondere unter dem Aspekt des demografischen Wandels zu unterstützen.

Ehrenamtliches Engagement benötigt eine professionelle Infrastruktur und eine politische Kultur, die Teilhabe möglich macht. Deshalb bedarf es im kommunalpolitischen Raum begleitender Strukturen des Ehrenamtes. Notwendig ist eine hauptamtliche Kraft, die die Organisation übernimmt, Impulse setzt und die Förderung des Ehrenamtes als Aufgabe hat.

Seniorenräte sind eine wichtige Form der Bürgerbeteiligung. Sie engagieren sich für die Interessen der älteren Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die gesamte Gesellschaft. Sie bringen Wissen, Erfahrungen und Potenziale ein und dies ehrenamtlich und ohne Bezahlung. Nicht immer und überall werden die Seniorenräte so unterstützt, dass sie ihre freiwillige Tätigkeit durchführen können. Notwendig ist es, den Seniorenräten eine umfassende Beteiligung zu ermöglichen.

Ehrenamtliche Tätigkeit hat unentgeltlich zu erfolgen. Sicherzustellen ist aber, dass Fortbildungen ermöglicht und dass Reisekosten und der Aufwand für Telefon, Fax, PC, Porto im Einzelfall erstattet werden.

Einmal im Jahr sollte das Land dem Landesseniorenrat die Möglichkeit geben, einen Landesseniorentag unter der Beteiligung der Politik durchzuführen. Dies wie bisher letztlich nur mit Spendenmitteln – die vom Ehrenamt selbst einzusammeln sind – durchzuführen, ist dem Ehrenamt nicht angemessen. Dasselbe gilt auch für die Möglichkeit, dass der Landesseniorenrat seine Mitglieder in Form einer Zeitschrift fünfmal im Jahr informieren kann.

Die Seniorenvertretungen im Land hoffen sehr darauf, dass ihre Belange von der zukünftigen Landesregierung ernst genommen werden. Das Ehrenamt benötigt nicht nur Lob und Anerkennung sondern auch eine, zugegebenermaßen bescheidene, aber wirksame Unterstützung.

 

 

© Stadt-Seniorenrat Aalen 20.04.2016 18:14
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