Hier schreibt die Freiwillige Feuerwehr Oberkochen

5 Jahre XXL-Radtour der Feuerwehr Oberkochen

  • XXL Radtour 2008 auf dem Fünf-Flüsse-Radweg, hier in Amberg
  • XXL Radtour 2010 auf dem Tauernradweg, hier am Startpunkt vor den Krimmler Waserfällen

Auch im Jubiläumsjahr fest im Sattel

Mitte Mai startet die Feuerwehr Oberkochen zum 6. Mal auf ihre XXL-Radtour. 5 Jahre liegen mittlerweile zwischen der ersten und der aktuellen Tour. Dass die Zeit wie im Flug verging, wurde den Organisatoren bei der Vorbesprechung zur aktuellen Tour bewusst, als man sich an die vergangenen Touren zurückerinnerte. Es ist Anfang 2012 als sich die ersten interessierten Feuerwehrangehörigen im Feuerwehrhaus zum obligatorischen ersten Besprechungstermin treffen, um das Ziel für die Radtour 2012 festzulegen. 2006 hatte der heutige Vizekommandant Frank Oswald die Idee zur „übergroßen Radausfahrt“. Aus einer anfangs recht schemenhaften Idee ist mittlerweile eine feste Größe im Kalender der Feuerwehr Oberkochen geworden, bei der schließlich im Frühjahr 2007 die Räder zur Premierentour anrollten.

Mit der Aktion „Fit for firefighting“, die damals von Landesfeuerwehrverband Baden Württemberg und Landesfeuerwehrschule in die Feuerwehren kommuniziert wurde, hatte man schnell einen passenden Rahmen für eine derartige Aktion gefunden, die Fragen der Organisation ebenso schnell geklärt: Drei Tage, zwei Begleitfahrzeuge und eine Route mit einer Länge von etwa 400 Kilometern - Ziel: Der Bodensee. Acht Mitfahrer fanden sich im Mai 2007 zusammen, und umrundeten den im Dreiländereck Deutschland – Österreich - Schweiz gelegenen See. Dass man wettertechnisch nicht die besten Bedingungen getroffen hatte, wurde bereits bei der Anfahrt zum Startpunkt in Friedrichshafen klar. Den ersten Tag radelte man vollständig im nicht enden wollenden Regen, erst am zweiten Tag besserte sich das Wetter und damit auch das Gemüt der Radler. „Gefahren wird bei jedem Wetter“, hieß die Devise, der geplante Abstecher auf den Pfänder musste dann allerdings wegen schlechter Sicht doch entfallen. Über Bregenz, Romanshorn, Stein am Rhein und Überlingen führte die Strecke innerhalb drei Tagen wieder zurück zum Ausgangspunkt Friedrichshafen. Die Premiere war geschafft.

Ein Jahr später, 2008, blieb bei der Routenplanung die Nähe zum Wasser erhalten. Nachdem verschiedene Alternativen diskutiert wurden, erhielt der Fünf-Flüsse-Radweg den Zuschlag. Pegnitz, Vils, Naab, Donau und Altmühl bilden hierbei den roten Faden durch Niederbayern, die Oberpfalz und Mittelfranken. Mit mehr Mitfahrern und mehr materiellem Aufwand führte die Tour vorbei an Sehenswürdigkeiten wie der Befreiungshalle in Kehlheim und der historischen Altstadt Ambergs. Dieses Mal war die Radlergruppe erstmals im einheitlichen Outfit unterwegs. Speziell für die Tour wurde ein Radtrikot mit einem Tour-Motiv entworfen und mit dem Namen des Trikotträgers beflockt. Bis heute sorgen die einheitlichen Trikots noch immer für Aufmerksamkeit bei Passanten.

2009 ging es durch die landschaftlich reizvollen Täler des Inntals, zugleich auch eine der anspruchsvollsten Touren bisher. „Vielleicht war es sogar die Anspruchsvollste“, wie einige Mitfahrer während der Vorbesprechung Revue passieren lassen, während Sie gleichzeitig auf diversen Internetseiten und in Radroutenplanern nach der passenden Strecke für dieses Jahr blättern. Bereits die Anfahrt zum Tourstart am Maloyapass im Oberengadin bot ein unvergleichliches Gebirgspanorama, der spätere Streckenverlauf führte entlang des Tals, vorbei an unzähligen Hochebenen und den vielen Dreitausendern der Region. Innsbruck mit seinem weltbekannten Goldenen Dacherl stellte bei dieser Tour ungefähr die Hälfte des Weges dar, danach führt die Strecke flach durch die vielen Auen über Rosenheim bis zum Ziel in Passau, wo auch der Inn endet und in die Donau mündet.

2010 zog es die Mitfahrer erneut in Richtung der Alpen. Die Hohen Tauern des Tauernradweges waren als Weg auserkoren und nicht minder beeindruckend wie ein Jahr zuvor der Inntalradweg. Von den Krimmler Wasserfällen am Fuße des Gerloss-Passes ging es vorbei an imposanter Bergwelt Richtung Zeller See weiter über Bischofshofen, an der Burg Hohenwerfen vorbei, hinauf zum Pass Lueg, der den Mitfahrern noch äußerst präsent im Gedächtnis sein dürfte. Die zweite Hälfte der Strecke führte dann von Salzburg in eine von Wald und Wiesen geprägte Landschaft bis zum Ziel in Simbach am Inn. Etwas über eine Stunde ist mittlerweile bei der Vorbereitung der aktuellen Tour vergangen, alle Strecken wurden vorgestellt und auch der Favorit steht bereits fest, da blickt man selbstverständlich auch auf das letzte Jahr kurz zurück.

2011 gab es zwar kein Bergpanorama zu bestaunen, dafür lockten der Lahntalradweg und später ein Teil des Rheinradweges durch Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz mit vielen ausgedehnten Waldgebieten und einer sehr flussnahen Routenführung. Bei strahlendem Sonnenschein und täglich knapp 30 Grad im Schatten stellte diese Tour eine lobenswerte Ausnahme beim sonst eher durchwachsenen Tour-Wetter dar. Es war im wahrsten Sinn des Wortes eine heiße Tour, bei der Sonnencreme weitaus gefragter war, als jedes andere Radfahrerutensil. Und noch einen weiteren kleinen Rekord gab es zu verzeichnen. Mit knapp 140 Kilometern wurde die längste aller Tour-Etappen gefahren. Vom Ursprung der Lahn im Siegerland führte die Route über Marburg und Gießen bis nach Lahnstein, wo die Lahn in den Rhein mündet. Auf dem Rheinradweg ging es weiter flussaufwärts an der Loreley vorbei nach Koblenz bis zum Ziel in Wiesbaden.

Seit die Tour ins Leben gerufen wurde, gab es immer wieder kleinere Anpassungen am Konzept, im Kern aber blieb sich die Tour immer treu – sogar der Termin am Feiertag „Christi Himmelfahrt“ bis zum darauffolgenden Sonntag wurde immer beibehalten. Keine Selbstverständlichkeit in der heutigen, terminbelagerten Zeit. Zum gefestigten Charakter passt auch, dass sich viele Mitfahrer in nicht unerheblichem Maße mit professionellem Rad-Equipment ausgerüstet haben. So unterschiedlich die Touren bisher waren, so haben Sie am Ende eines gemeinsam: Sich selbst zu beweisen, die Tour geschafft zu haben ist für jeden Mitfahrer am Ende immer ein besonderes Erlebnis. So wird es auch in diesem Jahr wieder sein: Es geht – und damit endet auch der nostalgisch geprägte Abend im Feuerwehrhaus - auf den Isar-Radweg, der in Mittenwald kurz hinter der deutsch-/österreichischen Grenze beginnt und in Verlängerung über Regental- und Waldbahnradweg bis in den Bayrischen Wald führt. Mit Rückenwind geht es also hinein in die nächsten 5 Jahre.

© Freiwillige Feuerwehr Oberkochen 24.04.2012 09:30
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