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Pflegebedürftig – was tun?

Zu diesem Thema veranstaltete die KAB Unterkochen einen Themenabend. Frau Andrea Voitl-Echsler von der DRK Pflegeberatungsstelle hielt den Vortrag.

Mit der steigenden Lebenserwartung nimmt die Anzahl der Pflegebedürftigen zu. Zwischenzeitlich sind in Deutschland circa 2,1 Mio Menschen pflegebedürftig. Der Großteil davon wird zu Hause gepflegt – meist von Familienangehörigen.

Von staatlicher Seite werden die Pflegenden unterstützt, oft ist dieses Recht auf Unterstützung aber an hohe Hürden geknüpft. So kann zum Beispiel bis zu 6 Monate Freistellung vom Arbeitgeber erhalten werden, dieses Recht ist allerdings an die Größe des Unternehmens geknüpft und erfolgt ohne Lohnausgleich.

Andrea Voitl-Echsler stellte nachfolgend verschiedene Unterstützungsformen der Pflegeversicherung dar. In den meisten Fällen ist hierfür die Gewährung einer Pflegestufe Voraussetzung. Dies stellt oft die Betroffenen auf eine harte Probe, da Anträge zunächst oftmals – für die Familienangehörigen unverständlich – abgelehnt werden. Ein Widerspruch innerhalb von vier Wochen wird daher immer empfohlen. Dieser „Kampf mit der Bürokratie“ als „Nebenkriegsschauplatz“ zur eigentlichen Pflege erfordert von den Familienangehörigen sehr viel Energie. Die Verzweiflung und Enttäuschung, die dabei empfunden wird, kam bei der anschließenden Diskussion mit den Vortragsteilnehmern deutlich zutage. Hier bietet die DRK Pflege- und Demenzberatungsstelle Hilfestellung an.

Aber es gibt auch kleine Lichtblicke in Form von Nachbesserungen der aktuellen Gesetzeslage. So ist zum Beispiel bei Demenzkranken die Anerkennung eines Pflegebedarfs auch ohne Pflegestufe ab 2013 unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Leistungen, die dann erhalten werden können, beziehen sich z.B. auf die sogenannte Kurzzeitpflege (z.B. bei längerem Ausfall des Pflegenden) oder die Verhinderungspflege (stundenweise).

Wer die Anerkennung einer Pflegestufe bekommen hat, erhält vom Staat Geld oder Sachleistungen. Verschiedene Maßnahmen werden gefördert: Technische Hilfsmittel, Pflegeschulung, Pflegehilfsmittel, Umbaumaßnahmen, Ambulanter Pflegedienst, Tagespflege in sozialen Einrichtungen, Häuslicher Betreuungsdienst, Altenpflegeheime usw.

© KAB Unterkochen 17.10.2012 21:40
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